Wirtschaft

E-Auto-Boom: Deutsche Batterien knacken Rekord

Rekord bei Batterien made in Germany – doch ausgerechnet China wird immer wichtiger. Warum Experten jetzt Alarm schlagen.

16.06.2026, 10:45 Uhr

Deutsche Batterieproduktion erreicht Rekordwert – Branche warnt vor wachsender China-Abhängigkeit

Die Herstellung von Batterien in Deutschland hat angesichts des Booms bei Elektroautos ein neues Hoch erreicht. Wie der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) in Frankfurt mitteilte, stieg der Produktionswert im Jahr 2025 um 11 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Besonders stark legte die Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien zu: Sie wuchs um 28 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro.

Als wichtigste Treiber nennt der Verband die deutlich ausgeweitete Produktion von E-Fahrzeugen in Deutschland sowie die anhaltend hohe Nachfrage im Speichermarkt. Beide Entwicklungen dürften den Batteriemarkt auch im laufenden Jahr weiter stützen.

Wachsende Abhängigkeit von China

Gleichzeitig sieht die Elektroindustrie die zunehmende Importabhängigkeit kritisch. Die Einfuhren von Batterien aus China erhöhten sich 2025 um rund 25 Prozent auf etwa 11 Milliarden Euro. Damit bleibt die Volksrepublik der wichtigste Lieferant für den deutschen Markt, noch vor europäischen Standorten wie Ungarn. Nach Einschätzung des ZVEI nimmt diese Entwicklung seit Jahren zu.

Deutschland bei Lithium-Ionen-Batterien besonders verletzlich

Während Europa bei Bleibatterien gut aufgestellt ist, bleibt Deutschland bei Lithium-Ionen-Batterien stark von Asien abhängig. Gunther Kellermann, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien, warnte, dass Lieferunterbrechungen oder kurzfristige Exportstopps einzelner Regionen die Verwundbarkeit Deutschlands offenlegen würden. Das gelte besonders für kritische Bereiche wie die Verteidigung oder den Betrieb von Rechenzentren.

Die heimische Batterieproduktion gilt als zentraler Baustein des Umstiegs auf Elektromobilität und als strategisches Ziel der Politik. Der ZVEI unterstützt deshalb das europäische Vorhaben, bis 2030 mindestens 40 Prozent des jährlichen Bedarfs an Batteriezellen aus eigener Produktion zu decken. Positiv bewertet der Verband zudem die ausgeweitete Förderung der Batterieforschung im Rahmen der Hightech-Agenda der Bundesregierung.

Branche fordert bessere Rahmenbedingungen

Aus Sicht Kellermanns sind punktuelle Kaufanreize für Elektroautos jedoch nicht die entscheidende Lösung. Nötig seien vielmehr dauerhaft niedrigere Strompreise für alle sowie ein besserer Schutz vor unfairen Handels- und Subventionspraktiken. Die Batterieindustrie stehe an einem entscheidenden Punkt: Ohne verlässliche Rahmenbedingungen, fairen Wettbewerb und eine klare Strategie für ein europäisches Batterie-Ökosystem drohe die industrielle Batterieproduktion in Europa dauerhaft verloren zu gehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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