Wirtschaft

Bosch streicht in Nürnberg jeden zweiten Job

Bosch streicht in Nürnberg bis 2029 jede zweite Stelle: 900 Jobs wackeln, weil Aufträge für Verbrenner-Komponenten wegbrechen.

28.09.2026, 15:35 Uhr

Der Autozulieferer Bosch plant am Standort Nürnberg einen deutlichen Personalabbau. In den kommenden drei Jahren sollen dort 900 von derzeit 1.800 Stellen wegfallen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Einschnitt kommt zusätzlich zu dem bereits angekündigten Abbau von 22.000 Jobs weltweit hinzu, von dem vor allem der Bereich Mobility betroffen ist.

Zur Jahresmitte 2026 beschäftigte Bosch bereits rund 6.500 Menschen weniger als noch Ende 2025. Gleichzeitig konnte der Konzern seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent steigern. Dennoch hatte Bosch im vergangenen Jahr nach Steuern erstmals seit der Finanzkrise einen Verlust verbucht.

Wachsender Druck durch den Markt

Als Gründe für den Stellenabbau in Nürnberg nennt Bosch den tiefgreifenden Wandel der Autoindustrie sowie den zunehmenden Preis- und Wettbewerbsdruck. Besonders Anbieter aus China machten dem Unternehmen zu schaffen. Zudem trete der weltweite Automarkt auf der Stelle, während die Nachfrage in Europa sogar sinke.

In Nürnberg produziert Bosch vor allem Teile für Verbrennungsmotoren sowie für Brennstoffzellentechnik. Mit dem Umstieg auf Elektromobilität verlieren klassische Antriebe jedoch weiter an Bedeutung. Auch die Hoffnungen auf die Brennstoffzelle im Wasserstoffbereich hätten sich bislang nicht im erwarteten Maß erfüllt. Dadurch sei am Standort ein Personalüberhang entstanden, der wirtschaftlich auf Dauer nicht tragbar sei.

Abbau soll sozialverträglich erfolgen

Bosch betonte, man wolle den Stellenabbau sozialverträglich umsetzen. Die Entscheidung sei dem Unternehmen nicht leicht gefallen, da sie für die Beschäftigten in Nürnberg spürbare Folgen habe. Zugleich sehe man sich gezwungen, die Strukturen an die veränderten Marktbedingungen anzupassen und die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu stärken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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