Bayern

«Sprachlos» – Schock nach tödlichen Schüssen

Zwei Tote nach Routinekontrolle: Berngau steht unter Schock – warum die Waffenkontrolle plötzlich eskalierte, weiß niemand.

09.10.2026, 10:31 Uhr

Nach der tödlich verlaufenen Waffenkontrolle in Berngau in der Oberpfalz herrscht im Ort tiefe Bestürzung. Bürgermeister Thomas Meier sagte, die Anteilnahme in der Gemeinde sei sehr groß, die Stimmung äußerst gedrückt. In dem Ort mit rund 2.600 Einwohnern stoßen die Geschehnisse auf Unverständnis, zugleich gelte das Mitgefühl den Familien der Opfer.

Am Donnerstagnachmittag waren bei einer routinemäßigen Überprüfung eines registrierten Waffenbesitzers zwei Beschäftigte des Landratsamts getötet worden. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Mann, der kontrolliert werden sollte, für die Tat verantwortlich sein. Zu den Hintergründen gibt es bislang keine gesicherten Informationen. Der Verdächtige wurde festgenommen.

Hilfe für Kinder und Jugendliche

Viele Bewohner zeigen sich erschüttert. Eine Frau, die mit Blumen, einer Kerze und einem kleinen Gedenkstein zum Tatort gekommen war, beschrieb Berngau als friedlichen und starken Ort. Umso größer sei nun der Schock. Das Ereignis beherrsche die Gespräche im Dorf, vielen fehlten die Worte. An der örtlichen Schule unterstütze ein Krisenteam die Kinder bei der Verarbeitung des Geschehenen.

Auch andere Bürger berichteten von Verunsicherung während des stundenlangen Polizeieinsatzes. Ein Anwohner sagte, man höre ständig von schlimmen Vorfällen, doch nun habe die Gewalt auch den eigenen Ort erreicht. Besonders bedrückend sei das Leid der Angehörigen. Für eine solche Tat gebe es aus seiner Sicht keinerlei Rechtfertigung.

Ein Fahrlehrer, der zur Tatzeit in Berngau unterwegs war, sprach ebenfalls von einem zutiefst verstörenden Vorfall. Die Menschen im Ort seien sichtbar niedergeschlagen und geschockt. Zugleich äußerte er sich klar ablehnend gegenüber privatem Waffenbesitz.

Zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen
Viele Menschen im Ort sind geschockt. Quelle: Daniel Löb/dpa

Kaum Einbindung im Ort

Bürgermeister Meier erklärte, er kenne den mutmaßlichen Täter wohl vom Sehen, jedoch nicht persönlich. Nach seinem Eindruck sei der Mann im Dorfleben kaum eingebunden gewesen, weder in Vereinen noch in anderen Gruppen. Auch in einem örtlichen Schützenverein sei er nach derzeitigem Kenntnisstand offenbar nicht aktiv gewesen. Eine endgültige Bestätigung dazu könne jedoch nur der Verein selbst geben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen