Wetter

Wochenende fällt ins Wasser

Gewitter, Starkregen, Sturm: Es wird ungemütlich – doch die Wärme bleibt. Diese Regionen trifft es jetzt besonders.

31.05.2026, 05:00 Uhr

Unwetter in Deutschland: Zwei Tote bei Aquaplaning-Unfall, Blitz schlägt in Kirche ein

Ein teils heftiger Wetterumschwung hat am Sonntag in mehreren Teilen Deutschlands zu Notfällen und zahlreichen Einsätzen geführt. Während es im Süden auf regennasser Straße zu einem tödlichen Unfall kam, sorgte im Norden ein Blitzeinschlag in einer Kirche für Schrecken. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob am späten Abend alle noch bestehenden Unwetterwarnungen vor schweren Gewittern wieder auf. Gebietsweise könne es aber weiterhin Gewitter mit Starkregen und Sturmböen geben.

Zwei Tote bei Aquaplaning-Unfall nahe Karlsruhe

Besonders schwer waren die Folgen des Unwetters in Bruchsal nördlich von Karlsruhe. Dort geriet das Auto eines 65-Jährigen auf der nassen Bundesstraße 35 nach Polizeiangaben wegen Aquaplanings in den Gegenverkehr. Es stieß mit einem Wagen zusammen, in dem ein 55-jähriger Mann und eine 54-jährige Frau saßen. Beide starben bei dem Zusammenstoß.

Der 65 Jahre alte Fahrer wurde schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Die Bundesstraße blieb mehrere Stunden gesperrt.

Aquaplaning entsteht, wenn sich auf nasser Fahrbahn ein Wasserfilm zwischen Reifen und Straße bildet. Die Reifen können das Wasser dann nicht mehr schnell genug verdrängen. Das Auto verliert die Bodenhaftung, schwimmt auf und lässt sich kaum noch lenken oder bremsen.

In anderen Teilen Baden-Württembergs verliefen die angekündigten Gewitter vergleichsweise glimpflich. Größere Sachschäden oder umfangreiche wetterbedingte Polizeieinsätze wurden zunächst nicht bekannt. Aus Freiburg hieß es, die Gewitter seien weitgehend vorbeigezogen. Auch im württembergischen Landesteil kam es trotz Warnungen nicht zu größeren Einsätzen.

Blitzeinschlag in Kirche in Osnabrück

Wie plötzlich Gewitterlagen gefährlich werden können, zeigte sich in Niedersachsen: Während einer Tauffeier in der Pauluskirche in Osnabrück schlug ein Blitz in das Gotteshaus ein. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand. Während der Zeremonie war plötzlich ein lauter Knall zu hören.

Einige Anwesende nahmen kurzzeitig Brandgeruch wahr. Die Feuerwehr konnte in der Kirche jedoch keine Schäden feststellen. Für die Taufgesellschaft blieb es bei einem großen Schrecken und einer außergewöhnlichen Erinnerung. Laut Polizei sprachen einige Beteiligte mit einem Schmunzeln von einem eindrucksvollen „himmlischen Gruß“.

Zur gleichen Zeit traf ein Blitz auch den Dachstuhl eines Wohnhauses in Melle im Landkreis Osnabrück. Dort brach ein Brand aus. Auch in diesem Fall wurde niemand verletzt.

Unwetter in Bayern und NRW: Bäume, Überschwemmungen, beschädigte Infrastruktur

Auch in Teilen Bayerns führte der Wetterumschwung nach der Hitze zu zahlreichen witterungsbedingten Einsätzen. Heftige Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen entwurzelten Bäume, beschädigten Fahrzeuge und behinderten den Verkehr, wie mehrere Polizeipräsidien mitteilten.

In Niederbayern wurde ein Ehepaar leicht verletzt, als ein herabfallender Balken eines Kirchengerüsts die beiden traf. Auf der Autobahn 3 bei Velburg in der Oberpfalz knickten durch das Unwetter zudem drei Strommasten ab.

Auch in Nordrhein-Westfalen mussten Einsatzkräfte vielfach ausrücken, unter anderem im Kreis Soest. Dort waren rund 200 Kräfte vom Sonntagnachmittag bis in die Abendstunden mit wetterbedingten Einsätzen beschäftigt. Nach Angaben der Feuerwehr ging es vor allem um die Folgen von Starkregen sowie vereinzelt umgestürzte Bäume.

Wegen der Unwetterschäden wurde außerdem die Bahnstrecke zwischen Unna und Soest gesperrt. Nach Angaben der Deutschen Bahn sollte die Sperrung voraussichtlich bis Montagmorgen andauern. Auch in der Region Rheine kam es zu Einschränkungen im Zugverkehr, nachdem ein Baum in eine Oberleitung gestürzt war.

Wetterlage in der Nacht und zum Wochenstart

Laut DWD konnte es in der Nacht zum Montag vor allem von den Alpen bis zur östlichen Mitte noch Schauer und Gewitter geben. Auch mehrstündiger Starkregen sei örtlich möglich.

Zum meteorologischen Sommeranfang am Montag rechnet der Wetterdienst dann allerdings damit, dass es wahrscheinlich keine Gewitter mehr geben wird.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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