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Warum Hitze Straßen plötzlich sprengt

Bei Hitze kann die Autobahn plötzlich aufplatzen: Welche Straßen jetzt riskant sind – und worauf Autofahrer sofort achten müssen.

26.06.2026, 12:30 Uhr

Die extreme Hitze bringt derzeit nicht nur Menschen ins Schwitzen, sondern setzt auch den Autobahnen zu. Wenn die Temperaturen an die 40-Grad-Grenze reichen, können aus eigentlich ebenen Fahrbahnen plötzlich gefährliche Schadstellen werden: Der Beton hebt sich an, reißt auf und Strecken müssen gesperrt werden. Genau solche Fälle traten in den vergangenen Tagen auf mehreren Autobahnen in Deutschland auf.

Warum sich Betonfahrbahnen verformen

Nach Angaben der Autobahn GmbH liegt die Ursache im Baustoff selbst. Beton dehnt sich bei hohen Temperaturen aus. Zwar wird dieser Effekt beim Bau grundsätzlich einkalkuliert, doch besonders bei älteren Fahrbahnen kann es vorkommen, dass sich das Material nicht mehr ausreichend in Längsrichtung ausbreiten kann.

Dann entstehen Spannungen im Belag. Diese suchen sich einen Ausweg und entladen sich mitunter nach oben. Die Folge sind aufgewölbte oder aufgebrochene Stellen in der Fahrbahn. In der Fachsprache werden solche Schäden als sogenannte Blow-ups bezeichnet.

Vor allem ältere Strecken sind anfällig

Betroffen sind laut Autobahn GmbH vor allem ältere Betonfahrbahnen, die stark belastet wurden oder bereits mehrfach ausgebessert werden mussten. Moderne Betonfahrbahnen, die nach heutigen technischen Standards gebaut wurden, gelten dagegen als deutlich weniger gefährdet.

Wie aktuell das Problem ist, zeigen mehrere Beispiele: Auf der A2 mussten in dieser Woche in Sachsen-Anhalt und Brandenburg zwei Abschnitte wegen Hitzeschäden gesperrt werden. Auch auf der A93 in Bayern wurde ein entsprechender Schaden festgestellt.

«Blow up» auf der Autobahn A5
Extreme Hitze kann Beton- und Asphaltfahrbahnen beschädigen. (Archivbild) Quelle: Rene Priebe/dpa/dpa-tmn

Asphalt reagiert anders auf Hitze

Nicht nur Beton leidet unter anhaltend hohen Temperaturen. Auch Asphalt kann bei starker Sonneneinstrahlung beschädigt werden, allerdings auf andere Weise. Experten zufolge kann sich die Fahrbahnoberfläche auf weit über 60 Grad Celsius aufheizen. Wenn es nachts kaum abkühlt, wird das im Asphalt enthaltene Bindemittel Bitumen weich und kann an die Oberfläche gelangen. Fachleute sprechen dann von einer schwitzenden Decke.

Unter der Belastung des Verkehrs können dadurch Spurrinnen, Verdrückungen, Aufwölbungen oder sich lösende Asphaltteile entstehen. Anders als bei Beton sind plötzliche, explosive Aufbrüche bei Asphalt jedoch eher unüblich.

Mehr Kontrollen bei hohen Temperaturen

Bei längeren Hitzephasen intensiviert die Autobahn GmbH ihre Kontrollen. Die Autobahnmeistereien fahren dann häufiger Strecken ab, um mögliche Schäden möglichst früh zu entdecken.

Trotzdem lassen sich Hitzeschäden nicht vollständig verhindern. Deshalb sind auch Autofahrer gefragt: Wer auffällige Aufwölbungen, Risse oder andere ungewöhnliche Schäden an der Fahrbahn bemerkt, sollte die Polizei informieren. So können gefährliche Stellen rasch abgesichert und repariert werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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