Wetterumschwung in Bayern: Zahlreiche Einsätze, Strommasten auf der A3 umgeknickt
Nach der Sommerhitze hat der Wetterumschwung in Teilen Bayerns für zahlreiche wetterbedingte Einsätze gesorgt. Heftige Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen entwurzelten Bäume, ließen Strommasten umknicken, beschädigten Autos und behinderten den Verkehr, wie mehrere Polizeipräsidien mitteilten.
Umgeknickte Strommasten auf der A3
Neu hinzugekommen ist ein Vorfall auf der Autobahn 3 bei Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz: Dort knickten nach Polizeiangaben drei Strommasten um. Dadurch hingen Hochspannungsleitungen tiefer als gewöhnlich. Der Schaden wird bereits behoben. Größere Verkehrsbehinderungen auf der A3 sollen laut Autobahnpolizei aber ausbleiben.
Mittelfranken und Oberfranken stark betroffen
Auch in Mittelfranken hinterließen die Unwetter deutliche Spuren. Polizei und Feuerwehr wurden dort zu 63 Einsätzen gerufen. Umgestürzte Bäume beschädigten Fahrzeuge und sorgten für Behinderungen. In Weihenzell im Landkreis Ansbach stürzte ein Baum auf das Dach einer Gaststätte. Verletzt wurde niemand, der Schaden liegt nach ersten Schätzungen bei rund 15.000 Euro.
Bereits am Samstag war außerdem Oberfranken betroffen. Im Landkreis Bamberg fielen bei Rattelsdorf mehrere Bäume auf die Bundesstraße 4. Die Strecke musste vorübergehend komplett gesperrt werden, bis die Fahrbahn wieder frei war.
Auch in Bayreuth richtete das Unwetter Schäden an. Im Osten der Stadt wurde am Samstagnachmittag ein etwa 15 Meter hoher Baum entwurzelt und stürzte auf fünf geparkte Autos. Der Schaden wird auf rund 25.000 Euro geschätzt. Ein weiterer umgestürzter Baum beschädigte zwei Fahrzeuge. Polizei und Feuerwehr rückten zudem wegen einer beschädigten Gartenhütte und eines vom Balkon gewehten Blumentopfs aus. Nach bisherigem Stand wurde niemand verletzt.
Gerüstbalken trifft Ehepaar in Niederbayern
Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Niederbayern zählte die Polizei zwischen Samstagnachmittag und Samstagabend mehr als 100 wetterbedingte Einsätze. Ein Schwerpunkt lag im Raum zwischen Straubing und Passau. Dort stürzten Äste herab, Verkehrsschilder kippten um und Straßen standen zeitweise unter Wasser.
In Bogen im Landkreis Straubing-Bogen wurde ein Ehepaar leicht verletzt. Nach Polizeiangaben löste sich ein Balken von einem Gerüst an einer Kirche und traf die beiden an Kopf und Schulter. Beide erlitten Platzwunden.
Auch der Bahnverkehr blieb nicht verschont. Nach Angaben einer Bahnsprecherin kam es in der Region vereinzelt zu Beeinträchtigungen. Am Samstagabend fielen Züge zwischen Fürstenzell im Landkreis Passau und Passau kurzzeitig aus. Die Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr ein.
Im unterfränkischen Geiselwind im Landkreis Kitzingen schlug bereits am Samstagmorgen ein Blitz in ein Wohnhaus ein. Menschen wurden nicht verletzt. Der Sachschaden beläuft sich laut Ermittlern auf mehrere Tausend Euro.
DWD warnt vor schweren Gewittern
Der Deutsche Wetterdienst warnt in Teilen Bayerns vor schweren Gewittern der Warnstufe 3 von 4. Am Sonntagnachmittag sei verbreitet mit umstürzenden Bäumen sowie Gefahren durch Hochspannungsleitungen und Gerüste zu rechnen. Zudem könnten Äste, Dachziegel und andere, teils größere Gegenstände herabfallen. Auch Schäden an Gebäuden seien möglich.
Hinzu kommen laut DWD mögliche rasche Überflutungen von Straßen und Unterführungen, vollgelaufene Keller, Aquaplaning und vereinzelt sogar Erdrutsche. Hagel wird ebenfalls nicht ausgeschlossen.
Zum Start in die neue Woche soll sich die Lage dann etwas beruhigen. Zwar beginnt der Montag vielerorts noch mit Wolken und Regen, im Tagesverlauf werden jedoch wieder mehr trockene und freundlichere Abschnitte erwartet. Vor allem in Schwaben und im Westen Bayerns soll sich die Sonne häufiger zeigen – bei etwas niedrigeren Temperaturen als zuletzt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber