Fußball

Schon wieder! Guirassy rettet den BVB in Baku

Zittersieg in Baku: Dortmund wankt lange - bis Guirassy erneut zuschlägt und Kovacs Team aus der Krise schießt.

20.10.2026, 20:34 Uhr

Dortmund müht sich in Baku zum wichtigen Sieg

Borussia Dortmund hat seine Ergebniskrise vorerst gestoppt und in der Champions League erstmals seit fast einem Jahr wieder ein Auswärtsspiel gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac setzte sich im Olympiastadion von Baku mit 2:1 (1:1) gegen den FK Sabah durch – deutlich mühsamer als erhofft. Matchwinner war erneut Serhou Guirassy, der in der 10. und 53. Minute beide Treffer für den BVB erzielte.

Die Erleichterung über die drei Punkte war zwar groß, echte Jubelstimmung kam nach dem Abpfiff aber kaum auf. Auch der Gang zu den mitgereisten Fans fiel eher verhalten aus. „Natürlich bin ich glücklich über den Sieg, der sehr wichtig für das Team ist“, sagte Guirassy bei DAZN. Mit dem eigenen Spiel zeigte sich der Stürmer jedoch nur „halb-halb“ zufrieden.

Kovac sprach von einem „harten Stück Arbeit“, das aus seiner Sicht dennoch „total verdient“ gewesen sei. Als großes Manko benannte der Dortmunder Trainer vor allem die Chancenverwertung. „Man muss den besser postierten Mann sehen – oder man muss präziser schießen“, sagte er.

Guirassy erneut der Unterschiedsspieler

Vor rund 45.000 Zuschauern bereitete der erst 2017 gegründete Club aus Aserbaidschan dem Bundesligisten deutlich mehr Probleme als erwartet. Zwischenzeitlich hatte Aden McCarthy (39.) für den Ausgleich gesorgt. Mit nun sechs Punkten aus drei Spielen ist Dortmund in der Gruppenphase aber wieder auf Kurs.

Schon beim 3:2 zum Auftakt gegen den FC Villarreal hatte Guirassy mit einem Doppelpack den Unterschied ausgemacht. Nach saisonübergreifend vier internationalen Auswärtsniederlagen in Serie durfte der BVB diesmal wieder jubeln. Der bis dahin letzte Erfolg in der Fremde datierte vom 21. Oktober 2025, als Dortmund mit 4:2 beim FC Kopenhagen gewann.

Guirassy machte nach der Partie allerdings deutlich, dass beim BVB noch nicht alles stimmt. Es fehle der Mannschaft weiterhin an Konstanz, sagte der Angreifer und nahm sich dabei selbst ausdrücklich mit in die Pflicht.

Dortmund beginnt druckvoll, bleibt aber fehleranfällig

Nach zuletzt enttäuschenden Auftritten gegen Werder Bremen (2:2), Bodö/Glimt und Union Berlin (0:0) veränderte Kovac seine Anfangsformation auf vier Positionen. Dennoch offenbarte Dortmund früh wieder Schwächen. Ein grober Stellungsfehler ermöglichte Kaheem Parris die erste gute Gelegenheit, doch der Offensivspieler legte sich den Ball zu weit vor.

Nach vorn erspielte sich der BVB zunächst Chancen im Minutentakt, häufig eingeleitet vom auffälligen Carney Chukwuemeka an seinem 23. Geburtstag. Fabio Silva ließ zunächst zwei Möglichkeiten liegen, anschließend vergab auch Guirassy. Kurz darauf war Dortmunds Torjäger aber doch zur Stelle: Einen Schuss von Felix Nmecha konnte Sabah-Keeper Stas Pokatilow nur abprallen lassen, Guirassy setzte nach und staubte zur Führung ab.

Sabah wird mutiger – Mickels trifft, doch im Abseits

Wer danach mit einer souveränen Dortmunder Kontrolle gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Ein Freistoß von Joey Veerman aus 18 Metern zwang Pokatilow zwar noch zu einer Parade, aus dem Spiel heraus ließ der BVB aber deutlich nach. Die Gastgeber in Schwarz und Pink wurden mit zunehmender Spielzeit immer selbstbewusster.

Nach rund einer halben Stunde traf Joy-Lance Mickels nach starker Vorarbeit von Parris zwar zum vermeintlichen Ausgleich. Obwohl im Stadion bereits die Tormusik lief, zählte der Treffer wegen einer Abseitsposition nicht.

McCarthy gleicht aus, Kobel verhindert Schlimmeres

Sabah blieb dran und wurde kurz vor der Pause belohnt. Nach einem Freistoß des früheren Bundesliga-Profis Tymoteusz Puchacz kam Innenverteidiger McCarthy aus kurzer Distanz zum Kopfball und stellte auf 1:1. Gregor Kobel war chancenlos, nachdem Waldemar Anton das Luftduell verloren hatte.

Noch vor dem Seitenwechsel bewahrte Kobel die Dortmunder dann sogar vor einem Rückstand. Der Schweizer Nationaltorhüter verhinderte mit zwei starken Aktionen Schlimmeres und war in einer insgesamt schwachen Dortmunder Mannschaft vor der Pause der stabilste Akteur.

Veerman legt auf, Guirassy entscheidet

Die rund 2.000 Dortmunder Anhänger machten sich trotz klarer Unterzahl auf den Rängen bemerkbar. Kovac verzichtete zunächst darauf, mit Jobe Bellingham, Ethan Nwaneri oder Maximilian Beier von der Bank nachzulegen – und wurde dafür belohnt.

Denn erneut war Guirassy zur Stelle. Nach einer punktgenauen Hereingabe von Veerman verwertete der Angreifer seine Chance eiskalt und brachte den BVB wieder in Führung. Nur wenige Minuten später hätte der 30-Jährige beinahe sogar seinen dritten Treffer erzielt, scheiterte mit einem Schlenzer aber an Pokatilow.

Am Ende reichte Dortmund der knappe Vorsprung, um drei wichtige Punkte mitzunehmen. Der Sieg sorgte für Erleichterung – ließ nach dem wackligen Auftritt aber weiterhin einige Fragen offen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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