Schwere Überschwemmungen nach Starkregen im Osten Spaniens
Heftige Niederschläge haben in Spaniens Mittelmeerregion massive Überschwemmungen ausgelöst. In den Provinzen Valencia und Alicante standen am Morgen zahlreiche Straßen, Wohnhäuser und Campingplätze unter Wasser. Medienberichten zufolge saßen mehrere Menschen in überfluteten Gebäuden fest, manche harrten auf Dächern aus und warteten auf Hilfe.
Die Behörden bereiteten Rettungsflüge vor, während die Regionalregierung die zweithöchste Warnstufe ausrief. In mehr als 40 Gemeinden in Valencia und Alicante fiel der Unterricht aus.
Besonders angespannt war die Lage in Oliva, rund 70 Kilometer südlich der Stadt Valencia. Dort wurden nach Angaben von Bürgermeisterin Yolanda Pastor etwa 2000 Menschen aus sieben Campingplätzen in Sicherheit gebracht. Einsatzkräfte der Feuerwehr retteten zudem Bewohner aus überfluteten Häusern. Pastor erklärte, dass weiterhin viele Menschen in ihren Wohnungen von den Wassermassen eingeschlossen seien, einige hätten sich auf die Dächer retten müssen.
In den am stärksten betroffenen Zonen im Süden der Provinz Valencia und im Norden von Alicante forderten die Behörden die Bevölkerung auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Vor allem die Küstengebiete La Safor in Valencia und Marina Alta in Alicante waren schwer betroffen.
Extrem hohe Regenmengen
Nach Angaben des spanischen Wetterdienstes Aemet fielen in Oliva innerhalb von 24 Stunden mehr als 530 Liter Regen pro Quadratmeter. In Pego in der Provinz Alicante wurden sogar über 620 Liter pro Quadratmeter gemessen. Zum Vergleich: In Hamburg summiert sich der durchschnittliche Jahresniederschlag auf nicht einmal 800 Liter pro Quadratmeter.
Auf Mallorca blieb die Situation trotz der in der Nacht geltenden höchsten Warnstufe weitgehend ruhig. Die Rettungsdienste meldeten dort lediglich drei kleinere Einsätze, darunter zwei umgestürzte Bäume. Auf den Balearen insgesamt wurden 16 Vorfälle registriert, die meisten davon auf Ibiza. Vorsorglich war der Schulunterricht auf allen Inseln für Montag abgesagt worden.
Das Sturmtief "Adam" hatte bereits am Wochenende auf dem spanischen Festland für chaotische Zustände gesorgt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben: eine Frau in Sagunto in der Provinz Valencia und eine weitere in Cabrera de Mar in Katalonien.
Im Verlauf des Montags sollten die Regenfälle in Valencia, Alicante und auf den Balearen langsam nachlassen und sich anschließend weiter in Richtung Katalonien verlagern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber