ZDF zeigt Tom Tykwers «Das Licht» auch als vierteilige Miniserie
Im vergangenen Jahr eröffnete Tom Tykwers Film «Das Licht» die Berlinale, nun erscheint der Stoff zusätzlich in neuer Form im Streaming. Das ZDF stellt den Kinofilm des Regisseurs von «Lola rennt» und «Babylon Berlin» ab Freitag, 30. Oktober, als vierteilige Miniserie in seine Mediathek.
Wie Tykwer mitteilte, war das Werk für die Fernsehauswertung von Anfang an auch seriell gedacht. Die vier Folgen stünden jeweils für sich und gäben der Geschichte zugleich einen anderen Erzählrhythmus. Für die Miniserie wurden Szenen aus dem ursprünglichen Film neu montiert; außerdem fließen Sequenzen ein, die es damals nicht in die Kinofassung geschafft hatten.
Wer «Das Licht» lieber am Stück sehen möchte, kann den Film am Freitag, 6. November, um 22.15 Uhr bei 3sat in seiner Free-TV-Premiere verfolgen.
Im Mittelpunkt steht eine entfremdete Familie
Das Drama mit Lars Eidinger und Nicolette Krebitz erzählt von einer bürgerlichen Familie, die sich zunehmend auseinandergelebt hat. Krebitz und Eidinger verkörpern Milena und Tim Engels, ein Ehepaar, das zwar noch unter einem Dach lebt, einander jedoch kaum noch erreicht.
Auch das Verhältnis zu den gemeinsamen Kindern, den Jugendlichen Frieda (Elke Biesendorfer) und Jon (Julius Gause), bleibt distanziert. Erst als die syrische Haushälterin Farrah (Tala Al-Deen) in das Leben der Familie tritt, kommt Bewegung in den festgefahrenen Alltag. Doch auch sie trägt eine schwere Last mit sich: Mithilfe einer besonderen Therapielampe versetzt sie sich in veränderte Bewusstseinszustände.

Zwischen Drama, Satire und Fantasy
Tykwers Film verweigert sich einer klaren Genrezuordnung. «Das Licht» verbindet Drama mit satirischen Momenten, Musical-Elementen und Fantasyeinschüben. Die Handlung spielt vor der Kulisse eines verregneten Berlins, das die düstere und zugleich schillernde Atmosphäre des Films unterstreicht.
Inhaltlich greift der Regisseur zahlreiche Themen der Gegenwart auf: Klimaprotest, Rassismus, Migration, Generationenkonflikte und Virtual Reality. Dadurch wirkt der Film stellenweise bewusst überfrachtet, zeichnet aber gerade so ein Bild einer Gesellschaft, die von Widersprüchen und Spannungen geprägt ist.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber