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Sensation: Bayeux-Teppich endlich in London

950 Jahre alt, extrem zerbrechlich – und jetzt heimlich nach London gebracht: Was hinter der spektakulären Bayeux-Aktion steckt

10.07.2026, 10:54 Uhr

Bayeux-Teppich erstmals seit fast 1.000 Jahren wieder in England

Der berühmte Teppich von Bayeux ist erstmals seit seiner Entstehung vor beinahe einem Jahrtausend nach England zurückgekehrt. In der Nacht zum Freitag wurde der rund 70 Meter lange und äußerst empfindliche Wandteppich unter strengen Sicherheitsmaßnahmen in das British Museum nach London gebracht. Für den Transport nutzte man eine speziell gesicherte Kiste mit schützendem Rahmen. Das mittelalterliche Kunstwerk ist mehr als 950 Jahre alt.

Eigentümer bleibt der französische Staat. Dennoch wird das historische Stück von September 2026 bis Juli 2027 in London ausgestellt. Die bereits im vergangenen Jahr angekündigte Leihgabe erfüllt einen lange gehegten Wunsch Großbritanniens: Schon 1953 und 1966 hatte es entsprechende Anfragen gegeben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Ausleihe in einem Beitrag für die Times als sichtbares Zeichen einer gewachsenen Freundschaft zwischen beiden Ländern. Zugleich zeige sie, was Frankreich und Großbritannien gemeinsam erreichen könnten. Auch die britische Kulturministerin Lisa Nandy sprach von einem historischen Augenblick.

Bedeutendes Unesco-Werk

Der Bayeux-Teppich schildert in 58 Szenen mit über 600 Personen und rund 500 Tierdarstellungen die normannische Eroberung Englands im Jahr 1066. Seit 1983 wurde das unter Unesco-Schutz stehende Werk im Teppichmuseum der normannischen Stadt Bayeux aufbewahrt. Es zählt zu den wichtigsten bildlichen Zeugnissen des Hochmittelalters.

Legendärer Bayeux-Teppich in London eingetroffen
In einer Art Metallverkleidung wurde der fragile Teppich transportiert. Quelle: Kwiyeon Ha/AP/dpa

Gerade wegen seiner großen historischen Bedeutung gab es zuletzt Bedenken von Kunstfachleuten und Restauratoren. Sie warnten, der fragile Zustand des Teppichs könne durch den Transport gefährdet werden.

Der Direktor des British Museum, Nicholas Cullinan, sprach dennoch von einer enormen logistischen Leistung der Mitarbeiter des Museums sowie der Partner in Großbritannien und Frankreich.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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