Verona Pooth scheitert vor Gericht mit Klage auf höheren Schadenersatz
Gut viereinhalb Jahre nach dem spektakulären Diebstahl ihres Schmucks hat Moderatorin Verona Pooth im Streit um einen höheren Schadenersatz einen Rückschlag erlitten. Das Landgericht Düsseldorf wies die Klage von Verona und Franjo Pooth gegen einen Versicherungsmakler ab. Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen 9a O 382/24. Gegen das Urteil kann innerhalb eines Monats Berufung beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt werden. Bei der Urteilsverkündung waren die Pooths nicht anwesend.
Im Kern geht es nach Gerichtsangaben um einen sechsstelligen Betrag. Die Eheleute werfen der Maklerfirma vor, ihre Pflichten verletzt zu haben. Erst nach dem Diebstahl aus ihrer Villa in Meerbusch bei Düsseldorf sei deutlich geworden, dass der Schmuck nicht ausreichend versichert gewesen sei, hatte Verona Pooth bereits in der Verhandlung im März erklärt.
Nach Angaben des Gerichts war die Versicherungssumme im Jahr 2020 auf gut eine Million Euro erhöht worden. Davon entfielen 650.000 Euro für Wertsachen auf Grundlage einer Liste. Nach dem Einbruch an Heiligabend 2021 stellte die Versicherung zunächst 650.000 Euro für Wertgegenstände sowie 5.000 Euro für Bargeld in Aussicht und zahlte später insgesamt 975.000 Euro.
Die Pooths halten die von der Maklerfirma geführte Liste jedoch für unvollständig. Nach ihrer Auffassung hatte der gestohlene Schmuck einen Gesamtwert von mehr als 1,3 Millionen Euro. Mit ihrer Klage verlangten sie laut Gericht 675.527 Euro.
Das Landgericht begründete die Klageabweisung unter anderem damit, dass der Schmuckliste nicht bereits früher widersprochen worden sei. Die beklagte Maklerfirma hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
Bereits im März hatte das Gericht versucht, eine gütliche Einigung zu erreichen. Der Vergleichsvorschlag sah nach Gerichtsangaben ein Drittel des geforderten Schadenersatzes vor. Die Eheleute Pooth hätten dem zugestimmt, die Beklagten jedoch nicht.
Für Verona Pooth hat der Streit auch eine persönliche Dimension. Sie hatte erklärt, sie habe über mehr als 25 Jahre ihr Geld in Schmuck investiert und darin ihr „Lebenswerk“ gesehen. Nach der Verhandlung im März sprach sie von einem sehr belastenden Thema, das sie bis heute begleite. Aus ihrer Sicht sei nur ein Teil des Schadens reguliert worden, während ein erheblicher Betrag weiter offen sei.
Der Einbruch in die Villa der Moderatorin an Heiligabend 2021 ist bis heute nicht aufgeklärt. Die Ermittler hatten bereits im Juli 2022 mitgeteilt, dass die Täter nicht identifiziert werden konnten und die Untersuchungen deshalb eingestellt wurden. Von der Beute fehlt weiterhin jede Spur. Dazu gehörte nach Angaben von Pooth auch ihr Hochzeitsschmuck. Das Ehepaar hatte den Einbruch in sein Haus im Düsseldorfer Vorort Meerbusch selbst öffentlich gemacht. Die Täter entwendeten unter anderem einen Tresor.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion