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ESC-Chaos? Proteste und Störaktionen

FBI, Cobra, Spürhunde: Beim ESC in Österreich gilt Alarmstufe hoch. Besucher erwartet ein Sicherheitsapparat wie am Flughafen.

05.05.2026, 12:00 Uhr

Polizei erwartet zum ESC-Finale in Wien Proteste und Blockaden

Die Wiener Polizei stellt sich rund um das Finale des Eurovision Song Contests am 16. Mai auf mögliche Störaktionen und Straßenblockaden ein. Nach Angaben der Einsatzleiterin der Landespolizeidirektion Wien, Xenia Zauner, ist für diesen Tag bisher eine Demonstration aus dem pro-palästinensischen Spektrum angemeldet. Die Behörden rechnen dabei mit etwa 3.000 Teilnehmern. Darüber hinaus könnten weitere Kundgebungen stattfinden, auch mit Anreisenden aus dem Ausland.

Nach Angaben der Polizei wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen vorbereitet, um Besucher sowie die Delegationen des ESC zu schützen. Täglich sollen mehrere Hundert Beamte in Uniform und zivil im Einsatz sein. Zusätzlich wird auch die Spezialeinheit Cobra zur Absicherung herangezogen.

Unterstützung auch durch das FBI

Im Bereich der Cybersicherheit arbeiten die österreichischen Behörden laut Vizepräsident Dieter Csefan mit dem FBI zusammen. In New York halte die US-Behörde eigens für die ESC-Woche eine Taskforce bereit.

Die politische Stimmung rund um den Wettbewerb ist bereits seit Monaten angespannt. Hintergrund sind Proteste gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen und dessen Teilnahme am ESC. Fünf Länder boykottieren deshalb die diesjährige Ausgabe.

16.000 Personen werden überprüft

Um das Risiko von Anschlägen oder Störungen zu senken, will die Polizei bis zum Start des Wettbewerbs rund 16.000 Personen überprüft haben, die mit der Veranstaltung in Verbindung stehen. Das betrifft laut Csefan besonders Beschäftigte privater Sicherheitsfirmen.

Die Wiener Stadthalle, in der die Shows stattfinden, wird schon seit Längerem wie eine Hochsicherheitszone behandelt. Das Sicherheitsniveau sei mit jenem an Flughäfen vergleichbar. Sprengstoffspürhunde sind dort ebenso im Einsatz wie Kontrollen im Umfeld der Halle. Besonderes Augenmerk liegt auch auf Garagen und Parkhäusern in der Nähe der Veranstaltungsorte. Autofahrer müssen dort mit Überprüfungen rechnen.

Auch für das ESC-Village am Rathausplatz gelten strenge Maßnahmen. An den Tagen der Halbfinals und vor allem am Finaltag werden dort bis zu 30.000 Besucher erwartet. Taschen dürfen an diesen Tagen nicht mitgebracht werden.

Hohe Sicherheitsstufe in Österreich

Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas und weiterer Gruppen auf israelische Bürger im Oktober 2024 gilt in Österreich die zweithöchste Sicherheitsstufe. Eine konkrete Terrorwarnung im Zusammenhang mit dem ESC gebe es laut Behörden derzeit jedoch nicht.

Der 70. Eurovision Song Contest beginnt offiziell mit dem Einzug der Delegationen ins ESC-Village am 10. Mai. Die Halbfinals sind für den 12. und 14. Mai angesetzt, das Finale folgt am 16. Mai. Erfahrungsgemäß verfolgen rund 170 Millionen Menschen die Endrunde weltweit im Fernsehen.

Nach dem Sieg des Countertenors JJ in Basel ist Wien nun zum dritten Mal Austragungsort des Musikwettbewerbs. Für Österreich tritt diesmal der 19-jährige Sänger Cosmó mit dem Titel „Tanzschein“ an. Deutschland wird von Sarah Engels mit dem Song „Fire“ vertreten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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