Einzelkritik zum DFB-Team in Augsburg
Augsburg. Alexander Nübel war in seinem vierten Länderspiel zunächst vor allem am Ball mit dem Fuß gefragt. Beim Gegentreffer war der Keeper ohne Chance. Nun muss er bei Besiktas Istanbul weiter auf sich aufmerksam machen, um bei Klopp im Fokus zu bleiben.
Josha Vagnoman knüpfte an seine starken Leistungen beim VfB an. Defensiv agierte er wach, ging mit gutem Timing in die Zweikämpfe und ist nach Treu eine weitere überzeugende Option auf der rechten Abwehrseite.
Yann Bisseck zeigte sich als robuste Präsenz in der Defensive. Der Inter-Verteidiger ließ sich auch von seiner frühen Gelben Karte nicht aus dem Konzept bringen und behauptete sich im intensiven Duell mit Tetteh.
Auf Jonathan Tah war erneut Verlass. Der Abwehrchef ordnete die Viererkette und hielt Pavlidis weitgehend unter Kontrolle. Im Neuaufbau der Mannschaft bleibt er ein zentraler Baustein.
Brown, der Neuzugang aus München, hatte auf der linken Seite alle Hände voll zu tun. Vor allem Dortmunds Karetsas verlangte ihm viel ab, wodurch nach vorne nur wenig von ihm kam.
Joshua Kimmich war als Kapitän erneut das strategische Zentrum des Spiels. Ein guter Freistoß kurz nach der Pause gehörte zu seinen Highlights, ein folgenschwerer Fehlpass später weniger. Beim Gegentor hatte er zudem unglücklich seine Aktien im Spiel.
Felix Nmecha brachte viel körperliche Präsenz ein und schuf mehrfach Räume für die Offensive. In der Schlussphase fehlte ihm dann aber die Kraft, noch einmal entscheidend nachzulegen.
Conté lieferte bei seinem Debüt einen bemerkenswert abgeklärten Auftritt. Ohne erkennbare Nervosität suchte er selbst den Abschluss und zeigte genau jene aggressive Balleroberungs-Mentalität, die Klopp an ihm schätzt.
Karim Adeyemi blieb zwar erneut ohne Tor, hatte aber einige auffällige Aktionen. Besonders ein starker 70-Meter-Sprint hätte zwingend belohnt werden müssen. Über links kam er deutlich besser zur Geltung.
Ebnoutalib hing im Angriff weitgehend in der Luft. Im Zentrum fand der Frankfurter gegen die groß gewachsenen griechischen Verteidiger kaum Räume und war oft vom Spiel abgeschnitten.
Schade überzeugte mit Tempo und Einsatzwillen, doch im letzten Drittel fehlt weiterhin die Ausbeute. Viele seiner Vorstöße verpufften ohne zählbares Ergebnis.
Burkardt bildete in der Endphase gemeinsam mit Ebnoutalib eine Doppelspitze aus Frankfurt. Gefährlich wurde er dabei allerdings kaum.
Florian Wirtz kam nach nur einer Trainingseinheit für rund 25 Minuten ins Spiel. Ein Abschluss geriet deutlich zu hoch. Seine besondere Klasse muss er in den kommenden Partien noch deutlicher zeigen.
Serge Gnabry sammelte als Joker weitere Einsatzminuten. Einen Einfluss auf den Ausgang der Partie konnte aber auch er nicht mehr nehmen.
Stach erhielt von Klopp erneut nur einen kurzen Einsatz. Im zentralen Mittelfeld ist der Konkurrenzkampf jedoch enorm.
Behrens feierte vor heimischem Publikum sein Debüt. Der Augsburger durfte als fünfter Neuling unter Klopp für wenige Minuten auf der Außenverteidigerposition ran.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber