Fußball

Fehlstart-Krimi gelöst: Gladbach schockt den VfB

Schon wieder Rückstand – und dann das! Gladbach verhindert in Stuttgart den Horror-Rekord und feiert den erlösenden ersten Sieg.

23.10.2026, 22:25 Uhr

Gladbach feiert in Stuttgart den ersten Saisonsieg

Borussia Mönchengladbach hat einen historischen Fehlstart in der Bundesliga verhindert. Nach sechs Niederlagen aus den ersten sechs Partien gewann die Mannschaft von Alexander Blessin beim VfB Stuttgart mit 3:2 (1:1) und fuhr damit endlich die ersten Punkte der Saison ein. Für den neuen Gladbach-Coach, Nachfolger von Eugen Polanski, war es zugleich der erste Erfolg an der Seitenlinie der Borussia.

Stuttgart konnte den erhofften Befreiungsschlag dagegen nicht landen. Obwohl die Schwaben in den vergangenen Wochen in Europa phasenweise überzeugten, läuft es in der Liga weiterhin nur mäßig. Nach dem 0:1 zuletzt beim Hamburger SV blieb der VfB auch gegen Gladbach ohne Erfolg und steht weiter bei nur sechs Zählern.

Ermedin Demirovic brachte die Gastgeber früh in Führung (5.) und traf später noch einmal in der Schlussphase (83.). Dazwischen hatte Gladbach die Partie gedreht: Joe Scally erzielte noch vor der Pause per Hackentor den Ausgleich (38.), ehe Shuto Machino (51.) und Wael Mohya (66.) nachlegten. Mohya hatte zuvor bereits kurz vor der Halbzeit die Latte getroffen.

Gladbach mit zahlreichen Ausfällen

Die Gäste mussten in Stuttgart auf gleich zehn Profis verzichten. Kurzfristig fiel auch noch Verteidiger Kevin Diks aus. Blessin hatte vor dem Anpfiff betont, dass Jammern nichts helfe und sein Team an die Grenze gehen müsse.

Zunächst bekam Gladbach die Probleme auch direkt zu spüren. Stuttgart suchte mit Demirovic und Dzenan Pejcinovic immer wieder schnell den Weg nach vorn und wurde früh belohnt. Demirovic nutzte dabei einen Fehler von Gladbach-Torhüter Moritz Nicolas zur Führung.

Hoeneß rotiert nach Königsklassen-Auftritt

Nach dem 1:1 in der Champions League gegen Atlético Madrid, bei dem für den VfB in Überzahl sogar mehr möglich gewesen wäre, veränderte Trainer Sebastian Hoeneß seine Anfangsformation auf sechs Positionen. Unter anderem bekamen Deniz Undav und Jeff Chabot zunächst eine Pause.

Bei strömendem Regen verfolgte Blessin das Geschehen mit tief ins Gesicht gezogener Kappe. Der Start verlief aus seiner Sicht denkbar ungünstig. Immerhin verhinderte Nicolas mit einer starken Parade gegen Lorenz Assignon (17.) einen noch größeren Rückstand.

Trotz der Führung wirkte auch Stuttgart nicht wirklich stabil. Immer wieder unterliefen den Gastgebern ungenaue Zuspiele, und sie verpassten es, die Kontrolle konsequenter in weitere Chancen umzumünzen.

Gladbach nutzt seine starke Phase

Das rächte sich wenig später. Als Angelo Stiller nach einem Zusammenprall kurz neben dem Feld behandelt wurde und Stuttgart in Unterzahl agierte, kam Gladbach besser ins Spiel. Fabio Chiarodia sorgte für eine erste gefährliche Szene, wenig später lenkte Scally einen Abschluss von Zento Uno zum 1:1 über die Linie. Stiller war kurz zuvor gerade erst auf den Platz zurückgekehrt.

Mit dem Schwung aus dieser Phase kam Gladbach auch stark aus der Kabine. Mohya setzte sich gegen Assignon durch und bediente Machino, der zur Gladbacher Führung einschob. Hoeneß reagierte sofort, brachte mit Undav, Bilal El Khannouss und Jamie Leweling drei frische Offensivkräfte und stellte zudem auf eine Dreierkette um.

Doch trotz der mutigeren Ausrichtung fiel der nächste Treffer erneut für die Gäste. Im Strafraum behielt Mohya den Überblick und erhöhte auf 3:1. Demirovic verkürzte später zwar noch per Kopf auf 2:3, mehr sprang für Stuttgart jedoch nicht mehr heraus. In der Nachspielzeit bewahrte Nicolas Gladbach mit einer Parade gegen El Khannouss schließlich den Sieg.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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