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Nach Titel-Coup: Geht Aubin jetzt bei den Eisbären?

Nach dem Titel droht Berlin der nächste Hammer: Geht Meistercoach Serge Aubin jetzt wirklich in die Schweiz?

04.05.2026, 08:11 Uhr

Mit goldenem Konfetti auf dem von Sekt und Bier verklebten Trikot genoss Marcel Noebels noch den Moment mit seinen Eisbären. Doch mitten in der Meisterfeier zeichnete sich bei den Berlinern bereits ein emotionaler Umbruch ab. Nach der erfolgreichen Titelverteidigung in der Deutschen Eishockey Liga verliert der Hauptstadtclub nicht nur langjährige Leistungsträger, sondern nun auch offiziell seinen Cheftrainer.

Wie die Eisbären einen Tag nach dem zwölften Meistertitel bestätigten, verlässt Serge Aubin den Club und wechselt zum SC Bern. Dort unterschrieb der Kanadier einen Dreijahresvertrag – obwohl er in Berlin noch bis 2028 gebunden war. Damit bewahrheiten sich die Berichte, die zunächst von „Watson.ch“ und später auch von „Bild“, „Kicker“ und weiteren Medien aufgegriffen worden waren.

Die Berliner würdigten ihren Erfolgscoach in einer Mitteilung mit deutlichen Worten: Man sei Aubin für seine Arbeit der vergangenen Jahre außerordentlich dankbar, er gehöre zu den besten und erfolgreichsten Trainern der Clubgeschichte. Fünf Meisterschaften in sechs Jahren sprächen für sich.

Noch am Sonntag hatte der 51-Jährige mit feuchten Augen Spieler und Trainerstab abgeklatscht. Was zunächst wie pure Erleichterung wirkte, war tatsächlich ein Abschied. Über einen Nachfolger ist bislang nichts bekannt. Sportdirektor Stéphane Richer kündigte an, die neue Situation nun in Ruhe zu analysieren. Man habe ein sehr gutes Trainerteam und wolle den passenden Head Coach für die Eisbären finden.

Noebels verabschiedet sich emotional

Auch bei Marcel Noebels standen die Zeichen längst auf Abschied. Der Routinier äußerte sich nach seiner fünften Meisterschaft in zwölf Jahren sehr bewegt. Die Finalserie sei für ihn sehr emotional gewesen, sagte der Olympia-Zweite von 2018. Er habe gewusst, dass sein letztes Spiel kommen werde – und zugleich betont, dass es kaum einen besseren Abschied hätte geben können.

Eigentlich, so Noebels, habe er seine Karriere gerne in Berlin beendet. Er wäre gern noch viele Jahre geblieben, doch nicht alles im Leben lasse sich planen. Vieles deutet darauf hin, dass sein Weg nun zu den Kölner Haien führt.

Damit verliert der Serienmeister wohl nicht nur seinen prägenden Trainer, sondern auch eine langjährige Identifikationsfigur.

Aubin stellt Clubrekord ein

Für Aubin hat dieser Titel auch persönlich besonderes Gewicht. Mit fünf Meisterschaften als Berliner Cheftrainer stellte er den Clubrekord von Don Jackson ein. Bemerkenswert bleibt zudem seine Playoff-Bilanz: Immer wenn Aubin mit den Eisbären die Endrunde erreichte, gewann sein Team am Ende auch jede der bislang 15 Serien.

Gerade deshalb sei dieser Titel für ihn besonders gewesen. Lange galt die Meisterschaft als die wohl unwahrscheinlichste. Verletzungen wichtiger Spieler wie Blaine Byron und Ty Ronning, der Ausfall von Lean Bergmann, der im Rollstuhl mitfeierte, sowie die Sperre von Kapitän Kai Wissmann warfen Berlin immer wieder zurück. Erst nach der Olympia-Pause nahm die Saison aus Sicht der Eisbären nachhaltig Fahrt auf.

Aubin selbst verwies auf die vielen Rückschläge und Zweifel rund um seine Mannschaft. Über lange Zeit sei dem Team wenig zugetraut worden, doch es sei genau im richtigen Moment aufgestanden. Zu seinem Abschied erklärte der Kanadier, dass er nach all den erfolgreichen Jahren das Gefühl gehabt habe, eine neue Herausforderung annehmen zu wollen. Seine Zeit in Berlin werde er niemals vergessen.

Auch beide Torhüter wohl vor dem Absprung

Auch auf der Torhüterposition drohen Veränderungen. Jake Hildebrand soll Medienberichten zufolge bereits bei den Adler Mannheim unterschrieben haben. Als er sich verletzte, sprang Jonas Stettmer ein – und überzeugte auf ganzer Linie. Der 24-Jährige wurde zum besten Spieler der Finalserie gewählt und entwickelte sich mit starken Leistungen zu einem entscheidenden Faktor auf dem Weg zum Titel.

Stettmer selbst sprach davon, sich das niemals erträumt zu haben. Dennoch dürfte auch er die Berliner verlassen und voraussichtlich zum ERC Ingolstadt zurückkehren.

Neuordnung nach dem Titel

Während die Meisterfeier noch nachhallt, läuft im Hintergrund die personelle Neuordnung bereits an. Richer wollte sich unmittelbar nach dem Triumph zunächst nicht näher zu den anstehenden Entscheidungen äußern. Gegenüber der „Bild“ betonte er, dass jetzt erst einmal der Meistertitel gefeiert werde, bevor über Verträge gesprochen werde.

Fest steht: Die Eisbären haben einmal mehr ihre Ausnahmestellung in der DEL unterstrichen. Doch direkt nach dem nächsten Titel beginnt in Berlin bereits der Umbruch.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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