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Stark, aber titellos: Zverevs Paris-Chance lebt

Zverev liefert ab – doch gegen den Tennis-Dominator ist er chancenlos. Droht bei den French Open jetzt das böse Erwachen?

04.05.2026, 10:26 Uhr

Zverev mit starker Bilanz – und dennoch offenen Fragen

Alexander Zverev kann auf die ersten Monate der Saison eigentlich mit Zufriedenheit blicken. Abgesehen vom Aus in Acapulco erreichte Deutschlands Nummer eins bei jedem Turnier mindestens das Halbfinale. In Madrid schaffte er es zuletzt sogar bis ins Endspiel des Masters-1000-Turniers.

Trotzdem fällt seine Zwischenbilanz nicht uneingeschränkt positiv aus. Schon bei den Australian Open ließ Zverev eine große Möglichkeit ungenutzt: Im Halbfinale von Melbourne unterlag er Carlos Alcaraz in fünf Sätzen, obwohl der Spanier zwischenzeitlich körperlich angeschlagen wirkte.

Gegen Sinner bislang chancenlos

Anschließend überzeugte Zverev zwar mit bemerkenswerter Konstanz, doch in den wichtigsten Partien stieß er immer wieder an seine Grenzen. In Indian Wells, Miami, Monte-Carlo und nun auch in Madrid hieß der Gegner jeweils Jannik Sinner – und jedes Mal zog der Deutsche klar den Kürzeren. Nicht einmal einen Satz konnte Zverev dem Weltranglistenersten abnehmen.

Nach der deutlichen 1:6, 2:6-Niederlage im Finale von Madrid sagte Zverev, aktuell sei der Abstand zwischen Sinner und dem Rest des Feldes groß. Dahinter sehe er Spieler wie Alcaraz, sich selbst und vielleicht auch Novak Djokovic.

Gerade diese Einordnung sorgte nach seinem schwachen Auftritt in Madrid in den sozialen Netzwerken für Kritik und Spott. Viele Beobachter halten Zverev derzeit nicht auf einer Ebene mit dem verletzten Alcaraz, der ihm sportlich zuletzt voraus war.

Welche Chancen hat Zverev in Paris?

Mit Blick auf die French Open in knapp drei Wochen wirkt Zverevs Einschätzung dennoch nicht völlig abwegig. Alcaraz wird seinen Titel in Roland Garros nicht verteidigen können. Damit rücken Zverev und Sinner zunächst als die prominentesten Kandidaten auf den zweiten Grand-Slam-Titel des Jahres in den Fokus – wobei vieles dafür spricht, dass Sinner momentan der klare Maßstab ist.

Zverev selbst verwies darauf, dass man kaum bestreiten könne, wie groß Sinners Vorsprung derzeit sei. Seit dem Turnier in Shanghai hat der Italiener kein Match bei einem Masters-1000-Event mehr verloren. Mit Titeln in Monte-Carlo, Miami, Indian Wells, Paris und nun Madrid schrieb der Südtiroler Geschichte: Als erster Spieler gewann er fünf Masters-1000-Turniere in Serie. Selbst Roger Federer und Rafael Nadal war das nie gelungen.

Ein Scherz in Richtung Sinner

Nach der erneuten Niederlage suchte Zverev zumindest mit Humor nach einer Lösung für Paris. In Richtung Sinner und dessen Team sagte er scherzhaft, vielleicht würden sie während der French Open ja einmal pausieren.

Darauf wird sich der Italiener allerdings kaum einlassen. Wenn Zverev bei seinem Lieblings-Grand-Slam in Paris ernsthaft um den Titel mitspielen will, müssen er und sein Team sportliche Antworten auf Sinners Dominanz finden.

Zunächst geht es für beide nach einer kurzen Pause nach Rom weiter, wo das nächste Masters-1000-Turnier ansteht. Ob Zverev danach auch noch bei seinem Heimturnier in Hamburg aufschlägt, ist fraglich. In den vergangenen Wochen sammelte er viele Siege – nur die ganz entscheidenden blieben erneut aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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