Sachsen

Waldbrände außer Kontrolle? Feuerwehren hoffen auf Regen

Waldbrände in Deutschland und Tschechien spitzen sich zu – jetzt ruht alle Hoffnung auf dem ersehnten Regen.

04.05.2026, 11:10 Uhr

Nach mehreren Waldbränden in Deutschland und Tschechien setzen Einsatzkräfte und Anwohner weiter auf Regen. „Wir hoffen, dass es in den kommenden Tagen ausreichend Niederschlag gibt“, sagte Antje Wurz, geschäftsführende Vorständin der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg.

Entwarnung nahe Jüterbog

Beim Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Brandenburg hat die Feuerwehr inzwischen jedoch Entwarnung gegeben. Nach Angaben von Stadtbrandmeister Rico Walentin ist nicht mit einer weiteren Ausbreitung zu rechnen. Die Einsatzkräfte sollen abrücken, die Lage sei mittlerweile „entspannt“.

Am Vormittag hatte eine Drohne das betroffene Gebiet überflogen und dabei 152 Hektar verbrannte oder betroffene Fläche erfasst. Das Feuer war am Freitag zunächst auf etwa 2,5 Hektar ausgebrochen und hatte sich auf dem munitionsbelasteten Areal rasch ausgedehnt. Auch Bürgermeisterin Christiane Lindner-Klopsch sprach davon, dass es keine aktive Feuerfront mehr gebe.

Das Gebiet gilt wegen alter Munition weiterhin als gefährlich, sodass direkte Löscharbeiten nur eingeschränkt möglich sind. Für Dienstag wird in der Region Regen erwartet.

Wetter bleibt entscheidender Faktor

Auch für das Gebiet des tschechischen Nationalparks Böhmische Schweiz nahe der sächsischen Grenze ist spätestens für Dienstag Regen angekündigt. In dem rund 79 Quadratkilometer großen Schutzgebiet war am Samstag aus bislang ungeklärter Ursache ein Waldbrand ausgebrochen.

Nach aktuellem Stand breitet sich das Feuer dort nicht weiter aus, unter Kontrolle ist es aber weiterhin nicht. Hohe Temperaturen, Trockenheit, Wind und das schwer zugängliche Gelände erschweren die Brandbekämpfung. Die tschechische Feuerwehr schrieb auf X: „Das Wetter ist unberechenbar.“

Inzwischen hat der Brand eine Fläche von etwas weniger als einem Quadratkilometer erfasst. Mehr als 400 Feuerwehrleute sowie Kräfte von Polizei, Armee und Rettungsdienst sind im Einsatz. Mindestens acht Hubschrauber sollen Löschwasser aus der Luft abwerfen. Zusätzlich werden aus der Slowakei zwei mittelgroße Transporthubschrauber vom Typ Sikorsky UH-60 Black Hawk erwartet.

Flammen auch in den Chiemgauer Alpen

Weiterhin brennt es auch am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen. Die Gemeinde teilte mit, ein unmittelbares Eingreifen sei wegen des steilen und schwer zugänglichen Geländes derzeit nicht zielführend und würde die Einsatzkräfte zu stark gefährden.

Feuerwehrleute beobachten den Brand rund um das Gebiet, zudem war für den Morgen eine Erkundung aus der Luft vorgesehen. Auch ein Krisenstab wurde eingerichtet.

Auf Bildern sind weiterhin große Rauchwolken über einem bewaldeten Berghang bei Ruhpolding im Landkreis Traunstein zu sehen. Nach Einschätzung der Gemeinde sind dort inzwischen etwa vier bis fünf Hektar Waldfläche betroffen. Die Ursache des Feuers ist bislang auch dort unklar. Der Deutsche Wetterdienst kündigte für Südbayern ab dem Nachmittag einzelne Schauer und Gewitter an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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