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In Pogacars Heimat: Evenepoels Titel-Coup

Ohne Pogacar wird die EM in Slowenien zum Krimi: Evenepoel stürzt, kämpft sich zurück – und jubelt nach Foto-Finish.

04.10.2026, 17:20 Uhr

Evenepoel erstmals Straßen-Europameister

Remco Evenepoel hat erstmals den EM-Titel im Straßenrennen gewonnen. Der Belgier setzte sich in Slowenien nach 196,3 Kilometern von Ljubljana nach Sencur knapp durch und machte damit seinen zweiten Platz aus dem Vorjahr vergessen. In der Heimat des nicht gestarteten Titelverteidigers Tadej Pogacar triumphierte der 26-Jährige trotz eines kleinen Sturzes und eines hauchdünnen Finishs. Pogacar, der nach seinem Vuelta-Unfall noch pausiert, verfolgte das Rennen immerhin vor Ort als Zuschauer.

Nach Auswertung des Zielfotos wurde Evenepoel vor dem Italiener Giulio Ciccone zum Sieger erklärt. Rang drei ging nach mehreren Runden auf dem Schlusskurs an den Italiener Christian Scaroni. Bester Deutscher war Emil Herzog auf Platz sieben.

Dramatische Entscheidung im Sprint

Das belgische Team prägte das Rennen lange Zeit und sorgte im Hauptfeld für hohes Tempo. Rund 36 Kilometer vor dem Ziel griff Evenepoel an, Ciccone konnte folgen. Wenig später kam der Belgier in einer ansteigenden Kurve zu Fall, saß aber schnell wieder im Sattel.

Im weiteren Rennverlauf setzte sich erneut eine kleine Spitzengruppe ab, aus der sich Evenepoel und Ciccone noch einmal lösen konnten. Auf den letzten Metern zog der Italiener zunächst vorbei, doch Evenepoel konterte und rettete sich mit letzter Kraft ins Ziel. Erst das Zielfoto brachte die Entscheidung zugunsten des Belgiers.

Herzog stark, Degenkolb und Brenner im deutschen Team

Bei der überraschenden WM in Montreal vor einer Woche hatte Evenepoel als Zwölfter noch enttäuscht. Kurz zuvor hatte er sich jedoch bereits zum vierten Mal nacheinander den Weltmeistertitel im Einzelzeitfahren gesichert.

Für eine starke deutsche Leistung sorgte der erst 21 Jahre alte Emil Herzog mit Rang sieben. Zum deutschen Aufgebot gehörten außerdem Tour-Etappensieger John Degenkolb, Maximilian Schachmann sowie Marco Brenner, der zuletzt eine Etappe bei der Vuelta gewann und zuvor bereits die Polen-Rundfahrt für sich entschieden hatte.

Am Dienstag wird die EM mit dem Mixed-Teamzeitfahren fortgesetzt. Einen Tag später folgen die Einzelzeitfahren der Frauen und Männer. Viel Zeit bleibt in der Saison nicht mehr: Am 10. Oktober steht mit der Lombardei-Rundfahrt noch das letzte große Rennen des Jahres an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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