Fußball

Wolfsburg zittert, zwei Absteiger bangen um alles

Heidenheim und St. Pauli müssen runter – keine Überraschung. Doch ein anderer Bundesliga-Club hat noch die letzte Rettungschance.

17.05.2026, 06:30 Uhr

Bundesliga-Abstiegskampf: Wolfsburg jubelt nur vorläufig, Heidenheim und St. Pauli steigen ab

Im Dreikampf um den Klassenverbleib hat sich der VfL Wolfsburg zunächst durchgesetzt – endgültig gerettet ist der Club damit aber noch nicht. Die Niedersachsen müssen in der Relegation nachsitzen, um weiter in der Bundesliga zu bleiben. Für den 1. FC Heidenheim endet das Bundesliga-Kapitel nach drei Jahren, den FC St. Pauli zieht es nach zwei Spielzeiten wieder zurück in die 2. Liga. Für alle drei Vereine beginnen nun richtungsweisende Wochen.

16. VfL Wolfsburg (29 Punkte, 45:69 Tore)

Stimmen aus dem Verein

Trainer Dieter Hecking betonte, dass sein Team nach dieser schwierigen Saison nun die Chance habe, sich über die Relegation doch noch zu retten. Der volle Fokus gelte jetzt den beiden entscheidenden Spielen.

Kapitän Christian Eriksen kündigte an, Wolfsburg werde die Aufgabe mit voller Ernsthaftigkeit angehen. Die Mannschaft spüre, dass sie zuletzt an Stabilität und Selbstvertrauen gewonnen habe, und wolle diesen Trend in den kommenden Partien fortsetzen.

Auch Yannick Gerhardt sah die Lage eher positiv. Der Sieg habe dem Team die Möglichkeit eröffnet, sich in zwei weiteren Begegnungen doch noch für die Bundesliga zu behaupten. Zudem wirke die Mannschaft inzwischen geschlossener, Hecking habe Ruhe und Zuversicht vermittelt.

So geht es weiter

Heckings Auftrag ist noch nicht beendet. Seit seinem Amtsantritt Anfang März hat er die Mannschaft stabilisiert, nun soll er sie in der Relegation endgültig retten. Das Hinspiel steigt am Donnerstag um 20.30 Uhr in Wolfsburg, das Rückspiel folgt am Pfingstmontag um 20.30 Uhr beim Drittplatzierten der 2. Bundesliga.

FC St. Pauli - VfL Wolfsburg
Nur sie durften im Tabellenkeller jubeln: die Spieler des VfL Wolfsburg. Quelle: Philipp Szyza/dpa

Der Gegner steht noch nicht fest: SV Elversberg, Hannover 96 und SC Paderborn kämpfen punktgleich um direkten Aufstieg und Relegationsplatz.

Bis dahin bleiben viele Personalfragen offen. Unklar ist unter anderem, ob der 61-jährige Hecking Trainer bleibt, eine andere Rolle im Verein übernimmt oder Wolfsburg wieder verlässt. Auch im Kader könnte es Veränderungen geben.

17. 1. FC Heidenheim (26 Punkte, 41:72 Tore)

Stimmen aus dem Verein

Trainer Frank Schmidt machte deutlich, dass im Verein niemand mit dem Abstieg zufrieden sei. Trotz der Enttäuschung würdigte er die Moral seines Teams: Nach nur 14 Punkten aus 26 Spielen habe sich der Club noch einmal eindrucksvoll zurückgekämpft. Dennoch sei der Abstieg angesichts von nur 26 Punkten am Ende verdient.

Kapitän Patrick Mainka sprach von großem Schmerz. Wegen der jüngsten Ergebnisse habe es wieder Hoffnung gegeben, zugleich sei die Unterstützung der Fans außergewöhnlich gewesen. Trotz der Enttäuschung sei im Umfeld schon wieder viel Energie zu spüren.

Verteidiger Jonas Föhrenbach zeigte sich ebenfalls niedergeschlagen. Die Mannschaft habe in den vergangenen Wochen eine starke Aufholjagd hingelegt, weshalb das Verpassen des Klassenerhalts besonders bitter sei.

So geht es weiter

Der personelle Umbruch dürfte sich in Grenzen halten. Viele Profis besitzen auch für die 2. Bundesliga gültige Verträge. Ausnahmen sind unter anderem Omar Traoré, Stefan Schimmer sowie einige Leihspieler wie Diant Ramaj oder Eren Dinkci.

Wie es mit einzelnen Leistungsträgern weitergeht, ist offen. Direkt nach dem Abstieg wollten sich mehrere Spieler nicht konkret äußern. Niklas Dorsch verwies darauf, dass es in dieser Situation nicht um persönliche Zukunftsfragen gehe, sondern um deutlich mehr.

Trainer Schmidt, der im September 20 Jahre im Verein sein wird, möchte seinen Vertrag bis 2027 erfüllen. Wirtschaftlich muss Heidenheim allerdings einen deutlichen Einschnitt verkraften: Der Etat soll sich von rund 80 auf 40 Millionen Euro halbieren.

18. FC St. Pauli (26 Punkte, 29:60 Tore)

Stimmen aus dem Verein

Trainer Alexander Blessin zeigte sich realistisch. Wenn ein Team nach 34 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz stehe, müsse man das akzeptieren. Der Moment sei schmerzhaft – für den Club ebenso wie für die Mannschaft –, doch der Blick müsse nun nach vorn gehen.

Kapitän Jackson Irvine reagierte tief enttäuscht. Er sprach davon, am Boden zerstört zu sein, weil dieser Abschnitt der gemeinsamen Reise nun ende. Über eine gesamte Saison hinweg bekomme man im Fußball letztlich das, was man sich erarbeitet habe – und 26 Punkte seien schlicht zu wenig gewesen.

Torwart Nikola Vasilj verwies ebenfalls auf die gesamte Spielzeit. Nicht die Niederlage im letzten Spiel allein habe zum Abstieg geführt, sondern die unzureichende Saison insgesamt. Zugleich erinnerte er an fünf prägende Jahre beim Verein, die für ihn trotz des bitteren Endes unvergesslich bleiben würden.

So geht es weiter

Wie stark sich der Kader verändern wird, ist derzeit offen. Wichtig ist zunächst das Bekenntnis von Kapitän Irvine, der als Identifikationsfigur für den Verein eine zentrale Rolle spielt. Dagegen wird Nikola Vasilj den Club nach fünf Jahren verlassen, weil sein Vertrag nur für die Bundesliga galt.

Auch bei anderen wichtigen Spielern wie Hauke Wahl oder Eric Smith ist die Zukunft noch nicht geklärt. Für beide soll es Interessenten geben.

Trainer Blessin besitzt zwar weiterhin einen Vertrag in Hamburg, wollte sich unmittelbar nach dem Abstieg aber nicht zu seiner Zukunft äußern. Präsident Oke Göttlich und Sportchef Andreas Bornemann würden offenbar gern mit ihm weitermachen. Nach zwei intensiven Jahren im Abstiegskampf ist allerdings offen, ob Blessin bleibt oder sich einer neuen Aufgabe widmet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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