VfB setzt im Königsklassen-Rennen ein Ausrufezeichen
Während sich die Spieler des VfB Stuttgart nach dem Heimsieg noch von ihren Anhängern feiern ließen, machte sich Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro bereits auf den Weg nach unten. Das passte sinnbildlich zur Lage beider Clubs: In der kommenden Saison dürfte Bayer international wohl unter dem VfB angesiedelt sein. Im Kampf um Rang vier in der Bundesliga scheinen Stuttgart und die TSG Hoffenheim vor dem letzten Spieltag die besten Karten zu haben. Für Leverkusen bliebe dann nur die Europa League.
„Das war eines unserer stärksten Spiele in dieser Saison“, sagte Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nach dem klaren 3:1 (2:1) gegen die Werkself. Zugleich erinnerte er an das erste Duell im Januar, als der VfB auswärts bereits mit 4:1 in Leverkusen gewonnen hatte.
Demirovic prägt die Partie
Zum entscheidenden Faktor wurde diesmal vor allem Ermedin Demirovic. Der Angreifer stand sinnbildlich für all das, was Bayer an diesem Nachmittag vermissen ließ. Nach dem frühen Rückstand sorgte er zügig für den Ausgleich, blieb auch danach ständig gefährlich, behauptete viele Bälle und ging mit großer Entschlossenheit in die Zweikämpfe.
„Er hat ein überragendes Spiel gemacht“, sagte VfB-Coach Sebastian Hoeneß über seinen Stürmer. Demirovic arbeite „wie eine Wildsau“ für die Mannschaft und sei für genau solche Begegnungen gemacht. Er bringe sich mental auf Topniveau und reiße damit auch seine Mitspieler mit. Auch Wohlgemuth lobte den 28-Jährigen, der auf dem ganzen Platz präsent war, als „hervorragend“.

Demirovic selbst erklärte, schon in den Trainingseinheiten unter der Woche habe sich angedeutet, dass die Mannschaft „ein Feuerwerk“ abbrennen könne.
Bayer hadert mit den eigenen Defiziten
Mit dem Erfolg hat sich der VfB im Rennen um die Champions-League-Plätze eine deutlich bessere Ausgangsposition verschafft. Der DFB-Pokalsieger steht vor dem 34. Spieltag wieder auf Rang vier.
Am letzten Spieltag wartet nun Eintracht Frankfurt. Dort muss Stuttgart die punktgleiche TSG Hoffenheim hinter sich halten. Leverkusen liegt vor dem eigenen Auftritt gegen den Hamburger SV bereits drei Punkte zurück und präsentierte sich nach der Niederlage entsprechend ernüchtert.
„Wenn wir ehrlich sind, reicht es dieses Jahr einfach nicht für die Champions League“, sagte Bayer-Kapitän Robert Andrich nach dem verlorenen Schlüsselspiel. Im Verein müsse man sich eingestehen, dass die Mannschaft in einigen Bereichen nicht gut genug gewesen sei. Zudem gebe es im Team zu viele Spieler, die mit sich selbst beschäftigt seien, und zu wenige, die in schwierigen Phasen Verantwortung übernehmen.
Auch Sportchef Simon Rolfes forderte mehr „Widerstandsfähigkeit“. Für Trainer Kasper Hjulmand, der ohnehin kritisch beobachtet wird, dürfte ein Verpassen der Königsklasse die Lage zusätzlich verschärfen.
Hoffenheim mischt weiter mit
Auch die TSG Hoffenheim bleibt im Rennen. Trainer Christian Ilzer hat aus einem Team, das lange gegen den Abstieg kämpfte, in kurzer Zeit einen ernsthaften Kandidaten für die Champions League geformt. Nach dem 1:0 (1:0) gegen Werder Bremen sprach der Österreicher von einem gewonnenen „Halbfinale“ und blickte auf das abschließende Spiel in Mönchengladbach als „Finale“ voraus.
Der Kampf um die lukrativen Europapokalplätze steuert damit auf einen dramatischen Abschluss zu. Stuttgart befindet sich dank des starken Auftritts und eines überragenden Demirovic in der besten Position, Hoffenheim bleibt dicht dran. Leverkusen dagegen kann nach dem nächsten Rückschlag nur noch hinterherschauen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion