Bayern trotzt Wirbel um Musiala und holt den ersten Titel
Der FC Bayern München ist mit einem Erfolgserlebnis in die neue Spielzeit gestartet. Der Double-Gewinner setzte sich im Franz-Beckenbauer-Supercup bei Borussia Dortmund mit 2:1 (2:0) durch und sicherte sich damit gleich den ersten Pokal der Saison. Trotz der Diskussionen um Jamal Musiala und der aufgeheizten Stimmung im mit 81.365 Zuschauern ausverkauften Dortmunder Stadion präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany schon früh in starker Form.
Für die Münchner war es ein gelungener Auftakt in das dritte Jahr unter Kompany. Bayern feierte zudem den zweiten Supercup-Erfolg in Serie.
Brown nutzt Musiala-Vertretung eiskalt
Neuzugang Nathaniel Brown brachte die Bayern in der 28. Minute in Führung. Der 50-Millionen-Euro-Transfer, der früher für Eintracht Frankfurt spielte und eigentlich als linker Außenverteidiger gilt, übernahm diesmal die Rolle von Musiala. Der Offensivstar gehörte nach seiner Erkrankung und den jüngsten Zusammenbrüchen in zwei Testspielen nicht zum Kader.
Brown traf nach einem Zuspiel von Michael Olise mit der Innenseite aus knapp 16 Metern sehenswert ins rechte Eck. Kurz vor der Pause erhöhte dann Olise selbst mit einer starken Einzelaktion und einem Linksschuss ins lange Eck auf 2:0 (45.+1).
Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Brown entsprechend zufrieden. "Das fühlt sich gut an. Ich freue mich sehr. Wir wollen so weitermachen – und Titel holen", sagte er bei Sat.1 vor der Übergabe der Trophäe an Kapitän Manuel Neuer.
Dortmund kommt erst nach der Pause auf
In der ersten Halbzeit kontrollierten die Bayern die Partie weitgehend, auch wenn die erste gute Gelegenheit den Gastgebern gehörte. Nach einer scharfen Hereingabe von Neuzugang Konstantinos Karetsas setzte Serhou Guirassy den Ball aus Abseitsposition knapp über das Tor von Manuel Neuer.
Danach antworteten die Münchner entschlossen. Aleksandar Pavlović prüfte den Dortmunder Torhüter zunächst mit einer Direktabnahme, ehe Brown zuschlug. Dortmund stemmte sich zwar gegen den Rückstand, doch ein Kopfballtor von Rami Bensebaini wurde nach Videobeweis wegen Abseits aberkannt.
Silva verkürzt, Beier vergibt den Ausgleich
Nach dem Seitenwechsel trat der BVB deutlich mutiger auf und entfachte phasenweise erheblichen Druck. Vor allem die beiden griechischen Neuzugänge setzten Akzente: Der eingewechselte Giannis Konstantelias verzog per Seitfallzieher, kurz darauf scheiterte Karetsas aus kurzer Distanz an Neuer, der stark reagierte.
Konstantelias war später auch an der Entstehung des Anschlusstreffers beteiligt. Nach einer Hereingabe von Daniel Svensson traf der eingewechselte Fabio Silva in der 75. Minute zum 1:2.
In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Bensebaini sah in der 90. Minute nach einem groben Foul an dem eingewechselten Bayern-Neuzugang Ismael Saibari die Rote Karte. Dortmund musste die Nachspielzeit in Unterzahl bestreiten, kam aber trotzdem noch zur großen Chance auf den Ausgleich: Maximilian Beier setzte den Ball frei stehend über das Tor.
Starke Bayern vor den Augen von Klopp
In einer intensiven Partie mit hohem Tempo hinterließen mehrere Münchner einen starken Eindruck. Brown, Joshua Kimmich, Jonathan Tah und Pavlović präsentierten sich vor den Augen des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp in vielversprechender Frühform.
Kimmich hatte die Marschroute vor dem Spiel klar formuliert: Gegen Dortmund sei es immer ein besonderes Duell, man wolle sich direkt den ersten Titel holen. Auch Harry Kane sprach anschließend von "einem großen Sieg zum Beginn der Saison" – selbst wenn der Torjäger diesmal ohne eigenen Treffer blieb.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber