BVB-Sieg gegen den HSV von Kreuzbandriss bei Konstantelias überschattet
Borussia Dortmund ist mit einem 2:0 gegen den Hamburger SV in die Bundesliga gestartet, doch knapp 24 Stunden nach dem Auftakterfolg folgte die bittere Gewissheit: Neuzugang Giannis Konstantelias hat sich wie befürchtet einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen. Der Grieche wird dem BVB damit mehrere Monate fehlen.
Der Verein reagierte kurz darauf mit einer Botschaft in den sozialen Netzwerken. "Die gesamte BVB-Familie steht hinter Dir, Giannis! Du wirst stärker zurückkommen", schrieb der Club.
Schon unmittelbar nach dem Spiel hatte Trainer Niko Kovac große Sorgen geäußert. Noch vor der endgültigen Diagnose sagte er, der Sieg könne sich als teuer erkauft erweisen, falls sich der Verdacht auf einen Kreuzbandriss bestätige.
Während der Partie hatten Konstantelias und sein Landsmann Konstantinos Karetsas das Publikum mit Tempo und Kreativität begeistert. Zur Pause herrschte auf den Rängen ausgelassene Stimmung, sogar zu Sirtaki-Musik wurde gefeiert. Umso härter trifft Dortmund nun der lange Ausfall des Offensivspielers, der beim 2:0 selbst getroffen hatte.
Griechen-Duo bringt neuen Schwung ins Dortmunder Offensivspiel
Bereits in ihrem ersten Bundesligaspiel deuteten Konstantelias und Karetsas an, wie viel Qualität sie dem Dortmunder Angriff geben können. Kaum ein gefährlicher Vorstoß lief ohne Beteiligung eines der beiden. Karetsas bereitete das 1:0 von Serhou Guirassy stark vor, Konstantelias erzielte später den zweiten Treffer.
Kovac lobte beide Neuzugänge nachdrücklich und sprach von einer neuen Dimension, die sie dem Team geben könnten. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Konstantelias kurz nach der Pause war allerdings ein deutlicher Bruch im Dortmunder Spiel zu erkennen.
Auch menschlich war die Szene für den BVB schmerzhaft. Kovac berichtete, er habe den 23-Jährigen nach der Partie in der Kabine getröstet. Konstantelias sei sehr niedergeschlagen gewesen, auch weil seine Familie eigens für sein Debüt angereist war.
Wird Dortmund vor Transferschluss noch aktiv?
Der lange Ausfall von Konstantelias dürfte die Dortmunder Verantwortlichen nun zusätzlich unter Druck setzen. Schon nach der Partie gegen den HSV hatte der Club angedeutet, im Falle einer schweren Verletzung noch einmal über den Transfermarkt nachzudenken.
Kovac erklärte, man müsse sich nun Gedanken machen und prüfen, was überhaupt noch möglich sei. Ob tatsächlich ein weiterer Neuzugang komme, sei offen, über das Thema werde man aber auf jeden Fall nachdenken. Auch Sportchef Lars Ricken kündigte Gespräche an. Mit Blick auf das Ende der Transferperiode am Dienstag sagte er, der BVB habe sich für die nächsten Tage wohl noch etwas vorgenommen.
Im Umfeld des Vereins wird dabei erneut über eine Rückkehr von Jadon Sancho spekuliert. Der Engländer, der bereits zweimal das Dortmunder Trikot getragen hat, wäre offenbar sogar ablösefrei zu bekommen. Fraglich bleibt jedoch, ob er nach schwierigen Jahren bei Manchester United sowie wenig überzeugenden Stationen beim FC Chelsea und bei Aston Villa sofort helfen könnte.
Inácio-Ärger nach schnellem Platzverweis
Zusätzlicher Bedarf in der Offensive könnte auch durch den Platzverweis gegen Samuele Inácio entstehen. Der 18-Jährige sah nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung wegen eines groben Fouls die Rote Karte und wird dem BVB in der Liga damit zunächst fehlen.
Auf dem Weg in die Kabine ließ Inácio seinem Frust freien Lauf und schleuderte eine Wasserflasche gegen ein großes BVB-Wappen. Im Team und bei den Verantwortlichen stieß die heftige Reaktion jedoch eher auf Verständnis. Kapitän Waldemar Anton sagte, ihm sei ein Spieler lieber, der nach so einer Szene wütend sei, als jemandem, den das Ganze kaltlasse.
Kovac berichtete zudem, Inácio habe sogar geweint. Der Trainer kündigte an, den jungen Offensivspieler weiter aufzubauen und zu unterstützen. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt Dortmund nicht: Bereits am Dienstag ist der BVB im DFB-Pokal bei Fünftligist HEBC Hamburg gefordert. Anstoß ist um 20.45 Uhr, übertragen wird die Partie bei RTL und Sky.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber