Cristiano Ronaldo hat seine Karriere in der portugiesischen Nationalmannschaft beendet. Der 41 Jahre alte Stürmer verkündete seinen endgültigen Abschied in den sozialen Netzwerken mit einem emotionalen Video.
„An die Menschen Portugals: Der Tag ist für mich gekommen, das Trikot unseres Nationalteams mit der Nummer 7 zurückzugeben“, sagte Ronaldo zu Bildern aus seiner langen Laufbahn. 23 Jahre lang habe er das Trikot mit Stolz getragen und verteidigt.
Der Abschied kommt gut einen Monat nach dem Eklat um seine vorzeitige Abreise aus dem Teamquartier. Nachdem Ronaldo beim Nations-League-Spiel in Norwegen nicht eingesetzt worden war und gegen Dänemark erneut nur für die Bank vorgesehen war, verließ er Ende September nachts das Quartier in Kopenhagen. Der Konflikt mit Nationaltrainer Jorge Jesus ließ sich danach offenbar nicht mehr lösen.
Viele Rekorde für Ronaldo
Mit 234 Länderspielen und 146 Toren verabschiedet sich Ronaldo als prägende Figur einer ganzen Ära. Seine Laufbahn im Nationalteam begann am 20. August 2003, als ihn Luiz Felipe Scolari beim 1:0 gegen Kasachstan für Portugals damaligen Superstar Luís Figo einwechselte.
Es war der Start einer außergewöhnlichen Karriere. Die Heim-EM 2004 war sein erstes großes Turnier, endete für Portugal aber mit einer überraschenden Finalniederlage gegen Griechenland.
Zu Ronaldos größten Erfolgen im Nationaltrikot zählen der EM-Titel 2016 sowie die Nations-League-Siege 2019 und 2025. Der Höhepunkt war die Europameisterschaft in Frankreich, als Portugal trotz eines frühen verletzungsbedingten Ausfalls Ronaldos im Finale gegen Gastgeber Frankreich 1:0 nach Verlängerung gewann. Mit 30 EM-Spielen und 14 Treffern hält er auch dort Bestmarken.
Sechste WM als weiterer Rekord
Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko war Ronaldos sechste WM-Endrunde. Damit stellte er gemeinsam mit Lionel Messi und Mexikos Guillermo Ochoa einen weiteren Rekord auf. In 27 WM-Spielen erzielte er elf Tore, der ganz große Triumph blieb ihm dort jedoch verwehrt.
Schon bei der WM 2022 war sein Status im Team zunehmend hinterfragt worden. Nach durchwachsenen Auftritten in der Gruppenphase verlor er seinen Platz in der Startelf und kam sowohl beim 6:1 gegen die Schweiz als auch beim 0:1 gegen Marokko nur noch als Einwechselspieler zum Einsatz.
Trotzdem kämpfte sich Ronaldo noch einmal zurück, stellte in der Qualifikation zur EM 2024 mit seinem 197. Länderspiel einen weiteren Rekord auf und traf in neun Qualifikationsspielen zehnmal. Auch nach seinem Wechsel zu Al-Nassr blieb er damit ein wichtiger Faktor im Team.
Am Ende wurde seine lange Nationalmannschaftskarriere jedoch auch von anhaltenden Debatten über seine Rolle überschattet. Bei der WM 2026 schied Portugal im Achtelfinale gegen Spanien aus. Nun ist Ronaldos Zeit in der Seleção das Quinas endgültig vorbei.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber