Hannover 96 trennt sich nach wenigen Monaten von Jonas Boldt
Hannover 96 hat die Zusammenarbeit mit Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt nach nur fünf Monaten beendet. Der frühere HSV-Manager ist damit nach Jörg Schmadtke bereits der zweite prominente Fußball-Funktionär, der den Club in diesem Jahr nach kurzer Zeit wieder verlässt.
Wie der Verein mitteilte, habe der für die Besetzung der Geschäftsführung zuständige Aufsichtsrat der Hannover 96 Management GmbH einstimmig beschlossen, Boldt mit sofortiger Wirkung abzuberufen. Damit führt Henning Bindzus die Hannover 96 GmbH & Co. KGaA nun allein.
Bereits nach der Derby-Pleite gegen Eintracht Braunschweig Ende Oktober hatte sich angedeutet, dass Boldts Rückhalt im Club schwindet. Vor allem Aufsichtsratschef Martin Kind soll sich früh von ihm distanziert haben. Dabei war Boldt erst vor knapp einem halben Jahr verpflichtet worden und hatte einen Vertrag bis Ende Mai 2029 erhalten.
Sportlicher Fehlstart belastet Boldt
Der 44-Jährige war im Juni nach fünf Jahren beim Hamburger SV nach Hannover gekommen, um den Club zurück in die Bundesliga zu führen. Statt eines Aufstiegskurses steht 96 nach neun Spieltagen mit nur acht Punkten auf Rang 16. Auch im DFB-Pokal war bereits in der zweiten Runde Schluss. Diese Entwicklung wurde letztlich auch Boldt angelastet.
Schon in der Vorbereitung kam es zu Spannungen mit dem damaligen Trainer Christian Titz. Vor allem bei Fragen zur Kaderzusammenstellung, zur Größe des Aufgebots und bei geplanten Transfers lagen beide Seiten auseinander.
Nach dem schwachen Saisonbeginn wurde Titz bereits im September nach dem fünften Spieltag entlassen. Doch auch unter Nachfolger Sandro Wagner blieb die erhoffte Wende bislang aus.
Kritik an der Transferpolitik
Zusätzlich geriet Boldt wegen der Sommertransfers in die Kritik. Mit Noel Aseko, Enzo Leopold und Daisuke Yokota verlor Hannover drei ambitionierte Spieler an Erstligisten. Die Neuzugänge Marcel Hartel und Berat Sahiti konnten die entstandenen Lücken bisher weder sportlich schließen noch gelten sie als Spieler mit großem Entwicklungspotenzial für spätere Transfererlöse.
Hinzu kommt, dass der Konflikt zwischen Boldt und Titz im Sommer offenbar mehrere Transferpläne ausgebremst hat.
Unruhe auf der Führungsebene hält an
Damit setzt sich die personelle Unruhe in Hannover fort. Noch immer wirkt der Abgang des früheren Sport-Geschäftsführers Marcus Mann nach, der im Dezember 2025 zu Red Bull Salzburg gewechselt war. Sein Nachfolger Jörg Schmadtke verließ den Club wegen Streitigkeiten mit den Gesellschaftern schon nach drei Monaten. Auch Boldts Amtszeit endete nun deutlich früher als geplant.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber