Fußball

Olise sorgt beim Bayern-Test in Wiesbaden für Wirbel

Bayerns Fehlstart in die Vorbereitung sorgt für Wirbel – ausgerechnet ein Offensiv-Star ohne Einsatz steht plötzlich im Fokus.

26.07.2026, 10:00 Uhr

Olise bleibt bei Bayern ein klares Bekenntnis

Michael Olise stand beim ersten Testspiel des FC Bayern in der Vorbereitung zwar nicht auf dem Platz, bestimmte nach der 1:2-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden aber dennoch viele Gespräche. Um den französischen Nationalspieler hatte es zuletzt Spekulationen gegeben, unter anderem wegen angeblichen Interesses von Real Madrid.

Beim Rekordmeister will man davon jedoch nichts wissen. Sportdirektor Christoph Freund betonte, ein Abschied des Offensivspielers sei "überhaupt kein Thema". Olise, dessen Vertrag in München bis 2029 läuft, dürfe wie die anderen Teilnehmer der Klub-WM noch pausieren. Freund stellte klar, dass man sich auf seine Rückkehr freue und der 25-Jährige auch in der kommenden Saison eine wichtige Rolle spielen solle.

Schon zuvor hatten die Bayern Olise als unverkäuflich bezeichnet. Auch aus Madrid war zuletzt dementiert worden, Kontakt aufgenommen zu haben. Der Franzose selbst scheint seine freie Zeit zu genießen: In einem Instagram-Video war er kürzlich bei einem lockeren Kick auf einem Bolzplatz in New York zu sehen – und das sogar nur in Socken.

Junge Bayern sammeln Spielpraxis

In Wiesbaden rückten vor rund 12.000 Zuschauern vor allem die Nachwuchsspieler in den Mittelpunkt, besonders im ersten Durchgang. Der Auftritt in der Brita Arena fand im Rahmen des 100-jährigen Vereinsjubiläums des SV Wehen Wiesbaden statt.

Nach Angaben des Klubs lag das Durchschnittsalter der Münchner Startelf bei unter 18 Jahren. Zum Kader gehörten allerdings auch die erfahreneren Rückkehrer Sacha Boey und João Palhinha, die als Kandidaten für einen Wechsel gelten.

SV Wehen Wiesbaden - FC Bayern München
Traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich: Tom Bischof Quelle: Uwe Anspach/dpa

Freund machte deutlich, dass beide in den Planungen wohl keine größere Rolle mehr spielen werden. Zwar lobte er ihre Qualität und ihren Einsatz im Training, sagte aber auch, dass der nächste Schritt für beide voraussichtlich bei einem anderen Verein folgen solle. Bevorzugt werde ein Verkauf, eine weitere Leihe schloss er jedoch nicht aus. Palhinha selbst gab sich kämpferisch und kündigte an, sich beim FC Bayern durchsetzen zu wollen.

Die Tore für Wiesbaden erzielten Ibrahim Ati Allah in der 10. Minute und Lukas Schleimer kurz vor Schluss in der 83. Minute. Dazwischen hatte Tom Bischof per Foulelfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen (57.).

Freund sprach nach dem Spiel von einem ordentlichen Einstieg in die Vorbereitung. Nach nur einer Trainingswoche mit einer sehr großen Gruppe sei es vor allem wichtig gewesen, dass sich niemand verletze. Viele junge Spieler hätten Einsatzzeit bekommen, was für diesen frühen Zeitpunkt entscheidend sei.

Rückkehr an einen bekannten Ort

Nach Leistungsdiagnostik und Trainingsauftakt zu Wochenbeginn war die Partie in Wiesbaden der erste Härtetest des Sommers. Für die Bayern war es zugleich eine Rückkehr an einen Ort mit positiven Erinnerungen: In der vergangenen Saison hatte der Klub dort mit einem 3:2-Erfolg in der ersten Pokalrunde seinen späteren Weg im DFB-Pokal begonnen.

Diesmal zeigte sich jedoch deutlich, dass die junge Münchner Mannschaft noch Abstimmungsprobleme hatte. Außerdem war zu spüren, dass Wiesbaden in der Vorbereitung schon weiter ist und bereits am 8. August gegen Preußen Münster in die neue Saison startet. Gegen das frühe Pressing der Gastgeber fanden die Bayern zunächst nur selten Lösungen und kamen kaum in freie Räume.

Nach der Pause wechselten beide Teams bei Temperaturen von mehr als 30 Grad kräftig durch. Die Münchner kamen danach besser ins Spiel und verdienten sich den Ausgleich, konnten das Remis am Ende aber nicht halten.

Die erste Pflichtaufgabe wartet für Bayern am 22. August im Supercup gegen Borussia Dortmund. Bereits am Montag reist das Team ins Trainingslager an den Tegernsee. Dort sollen erneut einige Talente die Chance erhalten, sich zu präsentieren. Freund erklärte, für die jungen Spieler sei der Auftritt in Wiesbaden bereits etwas Besonderes gewesen, zugleich müssten sie sich aber weiterentwickeln. Einige von ihnen würden mit ins Trainingslager fahren und könnten sich dort weiter empfehlen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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