Nürnberg verliert auch abseits des Platzes eine Schlüsselfigur
Für Miroslav Klose und den 1. FC Nürnberg wird die Lage im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga noch anspruchsvoller. Nach dem langfristigen Ausfall von Torjäger Mohamed Ali Zoma muss der Tabellenzweite nun auch neben dem Rasen einen herben Rückschlag verkraften: Sportvorstand Joti Chatzialexiou wird den „Club“ verlassen und zu Eintracht Frankfurt wechseln.
Wie beide Vereine mitteilten, tritt der frühere DFB-Funktionär bei den Hessen zum 1. Februar 2027 die Nachfolge von Markus Krösche an. Damit ist nun auch der Zeitpunkt des Wechsels geklärt.
Klose reagiert mit Bedauern und Verständnis
Bereits vor dem Auswärtsspiel am Sonntag um 13.30 Uhr beim FC St. Pauli hatte Klose den bevorstehenden Abschied bestätigt. „Ich habe heute früh offiziell davon erfahren“, sagte der FCN-Coach.
Klose bedauerte den Abgang von Chatzialexiou, der ihn im Sommer 2024 nach Nürnberg geholt hatte. Beide arbeiteten eng zusammen und überstanden in dieser Zeit auch schwierige Phasen.
„Wir waren sehr eng in vielen Themen. Und natürlich war er ein enger Vertrauter“, sagte Klose über den Sportchef. Zugleich ordnete der Weltmeister von 2014 die Entwicklung pragmatisch ein: Wechsel seien in diesem Geschäft normal. Er habe Vertrauen, dass der Verein einen vernünftigen Nachfolger finden werde – intern oder extern.
Chatzialexiou erklärt seinen Schritt
Chatzialexiou selbst betonte, dass er den FCN nicht überstürzt verlassen wolle. „Mir ist es wichtig, nicht von heute auf morgen zu gehen, sondern gemeinsam mit meinem Nachfolger weitere Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Vereins zu stellen“, sagte er in einer Mitteilung der Nürnberger.
Zugleich verwies der 50-Jährige auf seine enge Verbindung zur Eintracht: „Die Anfrage aus Frankfurt ist für mich eine ganz besondere, da es sich um meinen Heimatverein handelt. Andernfalls hätte ich nicht darüber nachgedacht, den Club zu verlassen.“
In seinem bis 2028 laufenden Vertrag beim 1. FC Nürnberg besaß der gebürtige Frankfurter eine Ausstiegsklausel für einen Wechsel zur Eintracht.
Frankfurt entschied sich einstimmig für den 50-Jährigen
Nach Medienangaben traf sich Chatzialexiou am späten Freitagabend am Frankfurter Flughafen mit dem Aufsichtsrat der Eintracht. Das Gremium soll sich dabei einstimmig auf ihn als neuen starken Mann im sportlichen Bereich verständigt haben.
Die Frankfurter hatten sich Mitte des Monats von Markus Krösche getrennt. Chatzialexiou war früher bereits Nachwuchstrainer bei der Eintracht, ehe er beim Deutschen Fußball-Bund Karriere machte. Im Sommer 2024 wechselte er schließlich als Sportvorstand nach Nürnberg.
In Nürnberg viel bewegt
Beim FCN setzte Chatzialexiou wichtige Impulse, vor allem in der Kaderplanung. Im dritten Jahr der Zusammenarbeit von Chatzialexiou und Klose hat sich der Traditionsverein so stabilisiert, dass er im Rennen um den Aufstieg mitmischt.
Der nun feststehende Abschied des Sportvorstands trifft die Franken deshalb in einer sportlich heiklen Phase besonders hart.
Klose fordert Fokus vor St. Pauli
Vor dem Spiel in Hamburg machte Klose deutlich, dass die Mannschaft trotz der Unruhe ihren Kurs beibehalten müsse. „Ziel ist, dass wir mitmischen, solange es geht“, sagte der Trainer.
Die Personalie um Chatzialexiou dürfe nach seiner Ansicht kein Störfaktor werden. „Nee, das wäre eine Ausrede, die zu einfach wäre“, betonte Klose.
Nach den ersten beiden Niederlagen der Saison – in der Liga gegen Kaiserslautern und im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen – kündigte er einen mutigen Auftritt an. Auch im ausverkauften Millerntor-Stadion wolle Nürnberg „mit Mut und Überzeugung auf drei Punkte spielen“.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber