Fußball

Jetzt fix? Zidane übernimmt Frankreich!

Paukenschlag bei Frankreichs Elf: Zidane übernimmt bis 2030 – und tritt das Erbe von Deschamps an.

28.07.2026, 11:02 Uhr

Zinédine Zidane ist neuer Trainer der französischen Fußball-Nationalmannschaft. Nachdem seine Verpflichtung seit längerer Zeit als offenes Geheimnis gegolten hatte, machte der Verband FFF den Schritt nun auch offiziell. Der 54-Jährige unterschrieb bis zur WM 2030 und soll Frankreich bei der EM 2028 und der Weltmeisterschaft 2030 zu Erfolgen führen.

Bei seiner Vorstellung in Paris wurde Zidane von hunderten Fans gefeiert. Vor dem Verbandsgebäude jubelten ihm zahlreiche Anhänger zu, ein großes Polizeiaufgebot sicherte den Termin ab, während sich im Pressesaal viele Journalisten drängten.

„Ich habe vier oder fünf Jahre lang Angebote von Vereinen bekommen und sie alle für die französische Nationalmannschaft abgelehnt“, sagte Zidane. Er sei voller Emotionen und betonte, dass dies die einzige Aufgabe gewesen sei, die er wirklich habe übernehmen wollen. Zugleich sprach er von einer großen Ehre und einer ebenso großen Verantwortung.

Zidane erklärte zudem, er kenne die Auswahl seit seiner Kindheit und habe alle Stationen im französischen Fußball durchlaufen, bevor er Nationalspieler wurde. Nun wolle er alles dafür tun, dass die Équipe Tricolore weiter gewinne. Die Mannschaft mit Offensivspielern wie Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise bringe ihn zum Träumen, sagte er. Die entscheidenden Gespräche mit Verbandschef Philippe Diallo hatte es bereits im Februar 2025 gegeben, nachdem Didier Deschamps seinen Rückzug angekündigt hatte.

Deschamps hört nach 185 Spielen auf

Zidane tritt die Nachfolge von Didier Deschamps an, dessen 14 Jahre dauernde Amtszeit nach der Weltmeisterschaft endete. Ein versöhnlicher Abschluss blieb dem 57-Jährigen verwehrt: Frankreich verlor zunächst das Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien und anschließend auch das Spiel um Platz drei gegen England.

Besonders im Gedächtnis blieb dabei das turbulente 4:6 in Miami. Danach sagte Deschamps: „Es ist das Ende einer Reise.“ Nach 185 Partien als Nationaltrainer war seine Zeit bei den Franzosen beendet.

Unter Deschamps gewann Frankreich 2018 den WM-Titel. Weitere große Turniersiege verpasste die Mannschaft im EM-Finale 2016 gegen Portugal sowie im WM-Endspiel 2022 gegen Argentinien.

Große Erfolge als Trainer von Real Madrid

Auch wenn seine Trainerlaufbahn bislang vergleichsweise kurz ist, bringt Zidane beeindruckende Erfolge mit. Bei Real Madrid arbeitete er von 2016 bis 2018 sowie erneut von 2019 bis 2021. In dieser Zeit gewann er dreimal die Champions League und zweimal die spanische Meisterschaft.

Bei seiner Vorstellung sagte Zidane, dass nach seiner Zeit in Madrid nur noch die französische Nationalmannschaft für ihn infrage gekommen sei.

Auch als Spieler eine französische Fußball-Ikone

Als aktiver Profi zählt Zidane zu den größten Figuren des französischen Fußballs. Gemeinsam mit Deschamps gewann er 1998 den WM-Titel und 2000 die Europameisterschaft. Hinzu kommen der Champions-League-Sieg mit Real Madrid im Jahr 2002 sowie Meistertitel mit Juventus Turin und den Königlichen.

Kopfstoß prägte seinen Abschied als Profi

Sein letztes Spiel als Fußballer bestritt der in Marseille geborene Ex-Spielmacher im WM-Finale 2006 in Berlin. Dort sorgte er für einen der bekanntesten Momente der Fußball-Geschichte, als er Italiens Marco Materazzi nach einer Provokation in der Verlängerung mit einem Kopfstoß zu Boden streckte. Zidane sah die Rote Karte, Frankreich verlor das Endspiel anschließend im Elfmeterschießen.

Rund 20 Jahre später übernimmt er nun die französische Auswahl. Erstmals dürfte seine Mannschaft im Frühherbst gefordert sein: Ende September und Anfang Oktober stehen in der Nations League vier Partien gegen die Türkei, Italien und zweimal Belgien an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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