Hoeneß unterstützt europäische Boykottdrohung gegen die FIFA
Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat die gemeinsame Drohung der europäischen Fußballverbände, eine WM notfalls zu boykottieren, klar befürwortet. Am Rande des Testspiels des FC Bayern in Rottach-Egern sagte er, Europa unterschätze oft seine eigene Bedeutung im Weltfußball. Ein Turnier ohne europäische Teams sei aus seiner Sicht praktisch wertlos.
Zuvor hatten die 55 Mitgliedsverbände der UEFA ihre Ablehnung gegen die Pläne der FIFA demonstrativ geschlossen formuliert. Hintergrund ist ein mögliches Geschäft mit Investoren, bei dem Beteiligungen an der WM und weiteren FIFA-Wettbewerben an private Geldgeber übertragen werden könnten. Die UEFA erklärte, diesen Vorschlag einstimmig und unmissverständlich zurückzuweisen.
Hoeneß sieht Debatte über Nachfolge noch als verfrüht
Hoeneß stellte zudem klar, dass er die deutlichen Aussagen von Bayerns Sportvorstand Max Eberl nachvollziehen könne. Eberl hatte sich empört über die FIFA-Pläne geäußert und erklärt, er empfinde dabei sogar Scham. Der Weltverband argumentiert, durch den möglichen Verkauf eines Teils seiner kommerziellen Rechte lasse sich eine Milliardensumme erlösen, die anschließend an alle 211 Mitgliedsverbände verteilt werden könne.
Zu FIFA-Präsident Gianni Infantino wollte sich Hoeneß noch nicht ausführlich äußern. Er ließ aber erkennen, dass seine Haltung klar gegen den Schweizer gerichtet ist. Für eine öffentliche Ausführung seiner Einschätzung sei es jedoch noch zu früh.
Auch Diskussionen über mögliche Nachfolger an der Spitze der FIFA hält Hoeneß derzeit für verfrüht. Stattdessen setzt er darauf, dass die führenden europäischen Verbände enger zusammenrücken und ihre gemeinsamen Interessen künftig in einer Art Allianz vertreten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber