Emotionaler Abschied: Goretzka glänzt noch einmal für Bayern
Es war eines seiner letzten Heimspiele im Trikot des FC Bayern – und Leon Goretzka nutzte die Bühne eindrucksvoll. Beim 3:3 gegen den 1. FC Heidenheim erzielte der 31-Jährige zwei Tore und ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Besonders nach seinem sehenswerten Freistoß zum 1:2 und dem artistischen Volley zum 2:2 war zu spüren, wie sehr er die Ovationen der Fans genoss, die lautstark seinen Namen riefen.
Für Goretzka ist die Schlussphase in München von vielen Emotionen geprägt. Nur noch vier, höchstens fünf Partien stehen für ihn an. Die Meisterschaft ist bereits gesichert, zudem hat Bayern das Pokalfinale in Berlin gegen den VfB Stuttgart erreicht. Trotzdem galt der Fokus nach dem Heidenheim-Spiel vor allem schon dem nächsten großen Highlight: dem Champions-League-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain am Mittwoch.
Vorfreude auf das PSG-Duell
Goretzka blickte mit großer Spannung auf die Partie in der Allianz Arena. Dort werde es am Mittwoch „brennen“, kündigte er mit Blick auf die Stimmung an. Die Vorfreude auf das Spiel sei riesig, schließlich wolle Bayern unbedingt ins Finale einziehen. Nun gehe es darum, Kräfte zu sammeln, sich neu zu fokussieren und dann alles auf dem Platz zu lassen. Natürlich hofft der Nationalspieler darauf, von Beginn an spielen zu dürfen.
Vor seinem Abschied im Sommer will Goretzka mit den Münchnern noch möglichst viel erreichen. Sein großes Ziel ist es, mit dem Rekordmeister nach 2020 erneut das Triple zu gewinnen. Auch Joshua Kimmich merkte an, dass Goretzka das nahende Ende seiner Zeit in München durchaus bewusst sei.
Kimmich spricht über eine besondere gemeinsame Zeit
Kimmich fand deutliche Worte für die Situation seines langjährigen Mitspielers. Die Abschiedsstimmung sei für alle Beteiligten, auch für ihn selbst, sehr emotional. Beide verbindet eine lange gemeinsame Zeit bei Bayern und im DFB-Team. Acht Jahre bei einem Verein wie Bayern seien in einer Profikarriere von zehn bis 15 Jahren ein enorm prägender Abschnitt, sagte Kimmich.
Trotz Nebenrolle immer wieder wichtig
Zwar gehört Goretzka schon länger nicht mehr dauerhaft zur ersten Elf, doch in entscheidenden Momenten liefert er weiterhin ab. Sportvorstand Max Eberl lobte ihn deshalb ausdrücklich. Schon vor rund eineinhalb Jahren, als ihm signalisiert worden sei, dass es sportlich schwierig werden könnte, habe Goretzka stark reagiert und eine gute Saison gespielt. Auch im vergangenen Sommer habe er sich nach einer ähnlichen Botschaft erneut zurückgekämpft.
Im Winter teilte der Verein ihm schließlich mit, dass sein auslaufender Vertrag nicht verlängert werde. Dennoch entschied sich Goretzka, in München zu bleiben. Rückblickend sei das, so Eberl, ein kluger Schritt gewesen – auch wegen der Chance auf drei Titel.
Zukunft offen – Italien als Option
Wie es für Goretzka nach der Weltmeisterschaft im Sommer weitergeht, ist noch offen. Mehrere Vereine aus Italien sollen Interesse zeigen, darunter offenbar der AC Mailand und Juventus Turin. Da er ablösefrei zu haben ist, dürfte der Markt für ihn groß sein. Zudem wird erwartet, dass er bei der WM im Sommer zum Kader gehören wird.
Eberl zeigte sich überzeugt, dass Goretzka seine Laufbahn in einer europäischen Topliga fortsetzen wird. Welche Liga am besten zu ihm passt, müsse der Spieler gemeinsam mit seinem Umfeld entscheiden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion