Zwischen den beiden Champions-League-Krachern gegen Paris Saint-Germain hat der FC Bayern in der Bundesliga überraschend Punkte liegen lassen und den Abstiegskampf weiter angeheizt. Der deutsche Meister kam gegen Schlusslicht 1. FC Heidenheim nicht über ein 3:3 (1:2) hinaus und rettete sich erst durch einen späten Treffer vor einer Niederlage.
Für die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt ist der Punktgewinn enorm wichtig: Heidenheim liegt nun nur noch zwei Zähler hinter dem Vorletzten VfL Wolfsburg (25 Punkte) und drei hinter dem FC St. Pauli (26). Beide Konkurrenten spielen erst am Sonntag.
Leverkusen nutzt Stuttgarts Remis und springt auf Rang vier
Im Rennen um die Champions-League-Plätze holte der VfB Stuttgart bei der TSG Hoffenheim trotz Unterzahl zwar ein wichtiges 3:3 (1:2), konnte daraus aber nur begrenzt Kapital schlagen. Denn Bayer Leverkusen zog durch einen 4:1 (2:0)-Heimsieg vorbei und schob sich auf Platz vier.
Mann des Tages bei der Werkself war Patrik Schick mit einem Dreierpack. RB Leipzig bleibt mit 62 Punkten Dritter, dahinter folgen Leverkusen, Stuttgart und Hoffenheim mit jeweils 58 Zählern.
HSV macht großen Schritt Richtung Klassenerhalt
Im unteren Tabellenbereich dürfte der Hamburger SV einen entscheidenden Erfolg im Rennen um den Ligaverbleib gefeiert haben. Die Hanseaten gewannen bei Eintracht Frankfurt mit 2:1 (0:0) und haben nun acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. In Frankfurt verschärft sich damit zugleich die Krise um Trainer Albert Riera.
Union Berlin und der 1. FC Köln trennten sich im Abstiegskampf 2:2 (0:1). Für die Köpenicker war es der erste Punkt im dritten Spiel unter Trainerin Marie-Louise Eta. Union steht jetzt bei 33 Punkten, Köln bei 32. Ebenfalls weiter bangen muss Werder Bremen nach dem 1:3 (0:2) gegen den FC Augsburg und ebenfalls 32 Zählern.
Bayern rotiert kräftig, Heidenheim nutzt es fast aus
Im Vergleich zum spektakulären 4:5 in Paris stellte Bayern-Coach Vincent Kompany seine Startelf auf sieben Positionen um. Heidenheim nutzte das zunächst konsequent: Budu Siwsiwadse brachte die Gäste in der 22. Minute in Führung, Eren Dinkci legte in der 31. Minute nach.
Kurz vor der Pause verkürzte Leon Goretzka (44.), und derselbe Spieler erzielte nach dem Seitenwechsel auch den Ausgleich (57.). Doch Heidenheim schlug erneut zu: Siwsiwadse traf in der 76. Minute sehenswert zum 3:2. Erst in der zehnten Minute der Nachspielzeit gelang Michael Olise noch das 3:3.
Kramaric-Tore reichen Hoffenheim nicht
Lange sah es so aus, als würde Hoffenheim den Sprung auf Platz vier schaffen. Andrej Kramaric traf doppelt für die TSG (7./49.), dazu war Bazoumana Touré erfolgreich (24.). Für Stuttgart hielten Chris Führich (20.) und Ermedin Demirovic (64.) dagegen.
Besonders bemerkenswert: Der VfB spielte nach einer Roten Karte gegen Atakan Karazor wegen groben Foulspiels ab der 69. Minute in Unterzahl. Dennoch rettete Tiago Tomas in der sechsten Minute der Nachspielzeit den Punktgewinn.
Frankfurt verspielt Führung gegen den HSV
In Frankfurt brachte Can Uzun die Gastgeber kurz nach der Pause in Front (48.). Doch der HSV reagierte stark: Albert Grönbaek glich nur drei Minuten später aus (51.), Fabio Vieira drehte die Partie in der 59. Minute endgültig. In der Schlussphase sah Frankfurts Rasmus Kristensen noch Gelb-Rot (90.+12).
Diskussionen in Berlin, Augsburg mit Europa-Hoffnung
Beim 2:2 zwischen Union Berlin und Köln sorgte vor allem das erste FC-Tor für Diskussionen. Marius Bülter traf in der 33. Minute, doch Union beschwerte sich über eine mögliche Abseitsbeteiligung von Said El Mala, der aus Sicht der Berliner aktiv ins Spiel eingegriffen haben soll, weil er zunächst in Richtung Ball gegangen war. El Mala erzielte später selbst das zweite Kölner Tor. Union kam dank Treffern von Tom Rothe (73.) und Livan Burcu (89.) noch zurück.
In Bremen war Anton Kade mit zwei Toren der entscheidende Mann für Augsburg. Er traf in der 24. Minute und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+3). Kristijan Jakic erhöhte später auf 3:1 (69.). Für Werder konnte Romano Schmid zwischenzeitlich nur verkürzen (64.). Durch den Sieg darf der FCA als Tabellenneunter nun sogar von einem Europacup-Platz träumen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion