Fußball

Eberl feiert das Chef-Lob – zieht Kompanys Kurs jetzt voll?

Bleibt Eberl doch? Bei Bayern verdichten sich die Zeichen – nach Hoeneß lobt auch der Präsident, Kompany zieht mit.

03.08.2026, 13:46 Uhr

Eberl erhält in Südkorea Rückenwind

Max Eberl verfolgte das öffentliche Training des FC Bayern im WM-Stadion von 2002 in entspannter Haltung vom Spielfeldrand aus. Während Trainer Vincent Kompany die Mannschaft auf das dritte Testspiel der Vorbereitung gegen Jeju SK am Dienstag um 13.00 Uhr (MESZ) vorbereitete, durfte sich der Sportvorstand über anerkennende Worte aus der Vereinsführung freuen. Nach Lob von Uli Hoeneß und Präsident Herbert Hainer äußerte sich auch Kompany positiv über Eberls Umgang mit mehreren Verkaufskandidaten.

Die schweißtreibenden Bedingungen am Vorabend im Teamhotel waren dabei eher dem schwül-warmen Wetter geschuldet als den Aussagen aus der Chefetage.

Hainer ordnet Hoeneß-Aussage ein

Nachdem Hoeneß die bisherige Transferphase als „perfekt“ bezeichnet hatte, schlug Herbert Hainer in eine ähnliche Kerbe. Der Aufsichtsratschef erklärte, er gehe davon aus, dass Hoeneß damit die große Zufriedenheit mit dem bisherigen Verlauf des Transferfensters habe ausdrücken wollen.

Zur Frage einer möglichen Vertragsverlängerung mit Eberl äußerte sich Hainer jedoch deutlich vorsichtiger als Hoeneß zuletzt. Er betonte, der Aufsichtsrat werde zu gegebener Zeit eine gute Entscheidung treffen. Das gelte ebenso für Vorstandschef Jan-Christian Dreesen, mit dessen Arbeit man ebenfalls sehr zufrieden sei. Sowohl Eberls als auch Dreesens Vertrag läuft derzeit bis zum Sommer 2027.

Hoeneß hatte vor wenigen Tagen bereits sehr klar signalisiert, dass er einer Verlängerung mit Eberl positiv gegenübersteht und dessen Transferarbeit ausdrücklich gelobt.

FC Bayern in Südkorea
Darf sich über Lob freuen: Sportvorstand Max Eberl. Quelle: Christian Kunz/dpa

Eberl freut sich über Zuspruch

Eberl selbst machte kein Geheimnis daraus, dass ihn die positiven Worte gefreut haben. Lob höre schließlich jeder lieber. Zugleich stellte er klar, dass er sich darauf konzentriere, seinen Job beim FC Bayern bestmöglich zu erledigen und die Entscheidungsträger von seiner Arbeit zu überzeugen. Die endgültige Entscheidung liege aber beim Aufsichtsrat.

Seit März 2024 ist Eberl im Amt. Sollte der Verein mit ihm weitermachen wollen, sei er bereit, Gespräche zu führen. Wann über seine Zukunft entschieden wird, ist offen. Im Raum steht ein Beschluss im August, ebenso denkbar ist jedoch eine Entscheidung erst im November.

Kompanys Motto als Leitlinie

Eberl zeigte sich gelassen und griff dabei ein Lieblingsmotto von Kompany auf: „Don’t believe the hype, don’t believe the drama.“ Für ihn bedeute das, sich nicht von der ständigen Unruhe im Fußballgeschäft treiben zu lassen, sondern konzentriert weiterzuarbeiten.

Die Transferbilanz des Sommers sorgt intern offenbar für Zufriedenheit. Mit Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt und Ismael Saibari von PSV Eindhoven holten die Münchner zwei hochkarätige Neuzugänge, für die jeweils rund 50 Millionen Euro fällig wurden. Gleichzeitig nahm der Club durch Verkäufe von Ergänzungsspielern bereits deutlich mehr als 30 Millionen Euro ein.

Drei Kandidaten sollen noch gehen

Offen ist weiterhin die Zukunft von João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza, die nach Leihen beziehungsweise schwierigen Phasen beim Verein keine zentrale Rolle mehr im Kader spielen sollen. Ein Verkauf des Trios würde nicht nur zusätzliche Einnahmen bringen, sondern auch die Gehaltskosten senken und finanziellen Spielraum für weitere Transfers schaffen.

Kompany unterstützt die klare Linie

Trainer Vincent Kompany begrüßte das Vorgehen des Vereins ausdrücklich. Er halte es für positiv, wenn der Club den betroffenen Spielern offen und eindeutig kommuniziere, woran sie seien. Aus seiner Sicht sei das genau die Art von Klarheit, die er sich früher selbst als Spieler gewünscht hätte. Verein und Trainerteam lägen in dieser Frage auf einer Linie.

Trotzdem betonte Kompany, dass alle Spieler bis zu einer möglichen Veränderung mit Respekt behandelt würden. Mit dem Trio werde selbstverständlich ganz normal weitergearbeitet. Solange das Transferfenster geöffnet sei, gebe es eine klare Ausgangslage. Danach müsse man sehen, wie sich die Dinge entwickelten. Seine Hauptaufgabe bleibe aber, die Mannschaft bestmöglich auf die neue Saison vorzubereiten.

Eberl hofft auf Bewegung zum Monatsende

Eberl rechnet damit, dass der Markt gegen Ende August noch einmal Fahrt aufnehmen könnte. Wenn viele Clubs dann ihre Kader neu bewerten, könnten sich weitere Möglichkeiten für Wechsel und Umbesetzungen ergeben. Bis dahin sei Geduld gefragt.

Grundsätzlich zeigte sich der Sportvorstand sehr zufrieden mit dem aktuellen Stand der Kaderplanung. Gemeinsam mit Sportdirektor Christoph Freund und Trainer Kompany habe man eine Mannschaft zusammengestellt, die Perspektive biete und viel Fantasie erlaube. Trotz weiterer geplanter Abgänge habe der FC Bayern schon jetzt ordentliche Einnahmen erzielt. Sollten weitere Verkäufe gelingen, könnte sich die Bilanz noch einmal verbessern – und Eberls Stellung im Verein weiter stärken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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