Champions-League-Auslosung: Bayern, Dortmund und Stuttgart mit guten Chancen – Leipzig erwischt die Hammerlose
Die Auslosung der Ligaphase in der Champions League hat den vier Bundesligisten insgesamt eher lösbare Aufgaben gebracht. Der FC Bayern, Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf eine starke Vorrunde machen. RB Leipzig hat es dagegen deutlich schwerer getroffen: Mit Real Madrid und Manchester City warten gleich zwei absolute Topgegner.
Bayern mit Blick auf den Traumort Madrid
Für den FC Bayern führt der Weg in der Ligaphase ausgerechnet an den Ort, an dem die Münchner am Saisonende am liebsten wieder stehen würden: ins Estadio Metropolitano von Atlético Madrid. Dort steigt am 5. Juni 2027 das Finale der Champions League.
Bayerns Sportvorstand Max Eberl sprach von einem besonderen Zielort und betonte, dass die Münchner genau dorthin wollen. Als stärkster Gegner der Ligaphase gilt für den deutschen Rekordmeister der FC Arsenal mit Kai Havertz. Die Londoner müssen allerdings in die Allianz Arena reisen.
Weitere Heimspiele bestreiten die Bayern gegen Betis Sevilla, Bodo/Glimt und Slavia Prag. Auswärts warten neben Atlético Madrid auch Manchester United im Old Trafford, der OSC Lille und Debütant Viking Stavanger.
Eberl machte zudem deutlich, worauf es den Münchnern in der Ligaphase ankommt: Bayern will möglichst unter die ersten acht Teams kommen, um sich direkt für das Achtelfinale zu qualifizieren.
Dortmund vor langen und heiklen Auswärtsreisen
Auch Borussia Dortmund bekommt es mit Arsenal und Bodo/Glimt zu tun, muss aber sowohl nach London als auch weit hinauf in den Norden Norwegens reisen. Vor allem ein möglicher Wintertermin am Polarkreis dürfte beim BVB nicht gerade Begeisterung auslösen. Sportgeschäftsführer Lars Ricken sagte bereits, er hoffe, dass die Partie dort nicht im Januar angesetzt werde.
Dazu kommt mit dem Auswärtsspiel beim FK Sabah in Aserbaidschan eine weitere strapaziöse Reise. Zuhause trifft der BVB auf Inter Mailand, Betis Sevilla, den FC Villarreal und AEK Athen. Weitere Auswärtsspiele führen Dortmund zu Aston Villa, wo inzwischen Ex-Bayern-Profi Leon Goretzka spielt.
Ricken sieht im Dortmunder Programm trotz machbarer Gesamtlage durchaus einige Stolpersteine.
Leipzig mit reizvollen, aber schweren Aufgaben
RB Leipzig hat unter den deutschen Teilnehmern das härteste Los erwischt. Die Sachsen dürfen sich zwar auf hochattraktive Duelle freuen, stehen aber gleich gegen mehrere Schwergewichte vor großen Herausforderungen.
Auswärts geht es für Leipzig unter anderem zu Real Madrid, zu Manchester United ins Old Trafford, zu Feyenoord Rotterdam ins De Kuip und zum Champions-League-Neuling Como 1907 an den Comer See. In der Red Bull Arena sind Manchester City, die PSV Eindhoven, der RC Lens von Trainer Dino Toppmöller und Schachtar Donezk zu Gast.
Sportchef Marcel Schäfer zeigte sich trotz der schweren Aufgaben voller Vorfreude. Nach einem Jahr harter Arbeit sei die Rückkehr auf die europäische Bühne etwas Besonderes. Leipzig wolle für Aufsehen sorgen und sich mit den Besten messen.
Stuttgart zurück auf der großen Bühne
Der VfB Stuttgart kehrt in die Königsklasse zurück und bekommt ebenfalls ein interessantes Programm. In den Heimspielen treffen die Schwaben auf Atlético Madrid, den FC Brügge, den OSC Lille und Viking Stavanger.
Auswärts muss der VfB bei Inter Mailand, der PSV Eindhoven, Galatasaray Istanbul und Slovan Bratislava antreten.
Auftakt ab dem 8. September
Der erste Spieltag der Ligaphase wird vom 8. bis 10. September ausgetragen. Im Januar ist diese Runde abgeschlossen, anschließend folgen die K.-o.-Spiele. Das Finale steigt am 5. Juni in Madrid.
Am Modus ändert sich gegenüber den vergangenen beiden Jahren nichts: 36 Teams sind dabei, jede Mannschaft bestreitet acht Partien. Die besten acht Clubs der Tabelle ziehen direkt ins Achtelfinale ein. Die Plätze 9 bis 24 spielen in einer Zwischenrunde um den Einzug in die nächste Runde. Für die Teams auf den Rängen 25 bis 36 ist der Wettbewerb danach beendet.
Champions League bleibt eine Geldmaschine
Auch wirtschaftlich bleibt die Königsklasse für die Teilnehmer enorm attraktiv. Die UEFA rechnet in dieser Saison mit Einnahmen von rund 4,4 Milliarden Euro. Schon der Start in der Ligaphase bringt jedem Club 18,62 Millionen Euro.
Dazu kommen Erfolgsprämien von 2,1 Millionen Euro pro Sieg und 700.000 Euro für ein Unentschieden. Zusätzlich wird auch die Platzierung in der Abschlusstabelle vergütet. Der Tabellenführer erhält den höchsten Betrag, das Schlusslicht den geringsten.
Weitere Bonuszahlungen gibt es ebenfalls: Die besten acht Mannschaften bekommen jeweils zwei Millionen Euro extra, die Teams auf den Plätzen 9 bis 16 jeweils eine Million. In den K.-o.-Runden steigen die Prämien dann weiter an.
Vier Neulinge erstmals dabei
Unter den 36 Teilnehmern stehen diesmal auch vier Champions-League-Debütanten. Der Linzer ASK sorgte in der Qualifikation für Aufsehen, als die Österreicher nach einem 0:3 im Hinspiel noch mit 5:1 gegen Celtic Glasgow weiterkamen.
Erstmals in der Königsklasse vertreten sind außerdem Como 1907 aus Italien mit Trainer Cesc Fàbregas, Sabah FK aus Aserbaidschan und Viking Stavanger.
Am Rande der Auslosung wurden zudem mehrere Auszeichnungen vergeben. Den Fair-Play-Preis erhielt PSG-Kapitän Marquinhos, der nach dem verlorenen Elfmeter von Gabriel im Finale tröstende Worte für den Arsenal-Profi fand.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber