Fußball

4:0! Bayern schnappt sich den Pokal – Popp bleibt ohne Titel

Bayern-Frauen holen das Double – und lassen Wolfsburgs Traum platzen. Bitter besonders: Popps Abschied endet im Pokal-Frust.

14.05.2026, 17:52 Uhr

Bayern-Frauen holen erneut das Double – Popp weint bei bitterem VfL-Abschied

Die Fußballerinnen des FC Bayern haben ihre starke Saison mit dem nächsten Double gekrönt. Im DFB-Pokalfinale von Köln setzte sich die Mannschaft von Trainer José Barcala vor 46.064 Zuschauerinnen und Zuschauern mit 4:0 (1:0) gegen den VfL Wolfsburg durch und sicherte sich damit den dritten Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

Während die Münchnerinnen den Triumph ausgelassen mit ihren Fans feierten, flossen bei Alexandra Popp Tränen. Für die Wolfsburger Kapitänin, die im Sommer zu Borussia Dortmund wechselt, endete ihre lange Zeit beim VfL ohne Happy End. Obwohl das Ergebnis klar ausfiel, war die Partie vor allem vor der Pause deutlich enger, als es das Endresultat vermuten lässt.

Popp ringt nach Abpfiff mit den Emotionen

Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Popp tief getroffen. Bei Sky sprach die 35-Jährige von einem Abschied, den sie sich "extrem schwer" und ganz anders vorgestellt habe. Der Pokalwettbewerb sei "so ein bisschen mein Baby", sagte sie, und der Gedanke, dass dies womöglich ihr letztes Pokalfinale gewesen sei, falle ihr gerade besonders schwer.

Zusätzlich bewegte sie ein sehr persönlicher Gedanke: Popp erinnerte an ihren verstorbenen Vater. Dass das Finale auf Vatertag fiel, machte den Moment für sie noch emotionaler. Sie glaube, ihr Vater wäre sehr stolz gewesen, sagte sie mit stockender Stimme.

Rekordkulisse und Bayern-Tore zum richtigen Zeitpunkt

Für Bayern trafen Georgia Stanway per Foulelfmeter in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, Pernille Harder nach der Pause sowie später Momoko Tanikawa und Arianna Caruso. Linda Dallmann sprach anschließend von einer Mischung aus Freude und Erleichterung. Vor allem die dominante zweite Halbzeit habe gezeigt, dass sich Bayern diesen Titel über die gesamte Saison verdient habe.

Auch Giulia Gwinn schwärmte von einer "megageilen Kulisse" in Köln und hob hervor, dass die Münchnerinnen ihre Tore zu besonders günstigen Zeitpunkten erzielt hätten.

Wolfsburg hofft mit Rückkehrerin Popp auf den Pokal

Vor dem Anpfiff hatten die Wolfsburger Fans mit einer großen Botschaft auf den Rängen noch einmal die Sehnsucht nach dem Pokal unterstrichen. Der silberne Cup war vor Bayerns Erfolg jahrelang fest mit dem VfL verbunden gewesen, insgesamt ist Wolfsburg elfmaliger Pokalsieger.

Die Hoffnung ruhte vor allem auf Alexandra Popp, die nach ihrem Muskelfaserriss in der Wade erstmals seit sieben Wochen wieder auflief – und direkt in der Startelf stand. In ihrer Rolle als Stoßstürmerin zeigte sie sofort, was sie in Wolfsburg so lange ausgezeichnet hatte: grätschen, Zweikämpfe annehmen, dirigieren und immer wieder Fouls ziehen.

Nach rund einer halben Stunde blieb Popp nach einem Kopfballduell mit Magdalena Eriksson kurz liegen, stand aber rasch wieder auf. Ihr Einsatz passte zu einem Wolfsburger Auftritt, der defensiv über weite Strecken ordentlich war. Bayerns sonst so torhungrige Offensive fand zunächst kaum ihren Rhythmus. Vor allem über links kamen Franziska Kett und Klara Bühl zunächst nur selten zur Entfaltung.

Elfmeter bringt Bayern kurz vor der Pause in Führung

Die erste nennenswerte Münchner Chance hatte Pernille Harder mit einem Kopfball nach Flanke von Bühl. Auf der anderen Seite setzte Lena Lattwein mit einem kraftvollen Distanzschuss ein Zeichen, den Bayern-Torhüterin Ena Mahmutovic erst im Nachfassen sichern konnte. Im Umschaltspiel fehlte Wolfsburg jedoch mehrfach die letzte Genauigkeit.

Kurz vor der Pause kippte die Partie. Lineth Beerensteyn traf Tanikawa am Fuß, nach Videobeweis entschied die Schiedsrichterin auf Strafstoß. Stanway verwandelte sicher und flach zum 1:0. Fast hätte Bayern noch vor dem Seitenwechsel nachgelegt, doch Sarai Linder blockte einen Abschluss von Harder unmittelbar vor der Linie.

Bundestrainer Christian Wück hatte zur Halbzeit noch betont, wie wichtig es für Wolfsburg gewesen sei, nicht mit einem 0:2-Rückstand in die Kabine zu gehen. Nach dem Wiederanpfiff änderte sich das Spiel aber deutlich.

Bayern nach dem Wechsel klar tonangebend

Die Münchnerinnen kamen frischer und entschlossener aus der Pause und übernahmen nun klar die Kontrolle. Das 2:0 entstand nach einer sehenswerten Kombination: Eriksson flankte aus dem Halbraum auf ihre Partnerin Harder, die per Kopf vollendete. In der Wolfsburger Defensive verschätzte sich Janina Minge entscheidend.

Wolfsburg verlor danach zunehmend den Zugriff und wirkte offensiv kaum noch gefährlich. In der Schlussphase sorgte ein medizinischer Notfall im Bayern-Block für eine ungewöhnlich stille Atmosphäre im Stadion; rund 20 Minuten lang blieb es auf den Rängen deutlich ruhiger.

Danach setzte Bayern noch einmal nach. Tanikawa drückte eine abgefälschte Hereingabe von Bühl zum 3:0 über die Linie. Den Schlusspunkt setzte die eingewechselte Caruso, die einen Freistoß sehenswert direkt zum Endstand verwandelte.

Klarer Sieg vor großer Bühne

Damit krönten die Bayern-Frauen eine weitere erfolgreiche Saison mit Meisterschaft und Pokalsieg. Für Wolfsburg platzte dagegen die Hoffnung auf die Rückkehr des Pokals. Besonders bitter verlief der Nachmittag für Popp: Die langjährige VfL-Anführerin kämpfte nach ihrer Verletzungspause verbissen, konnte die klare Niederlage zum Abschluss ihrer Wolfsburger Zeit aber nicht verhindern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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