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Andrejewa schockt Chwalinska im French-Open-Finale

Chwalinska schnuppert in Paris an der Sensation – doch dann schlägt Andrejewa gnadenlos zu und holt ihren ersten Grand-Slam-Titel.

06.06.2026, 16:48 Uhr

Mirra Andrejewa hat den überraschenden Lauf der Qualifikantin Maja Chwalinska beendet und in Paris ihren ersten Grand-Slam-Titel gewonnen. Die 19 Jahre alte Russin setzte sich im Finale der French Open mit 6:3, 6:2 gegen die Polin durch.

Als ihr Triumph feststand, sank Andrejewa auf die Knie und schlug die Hände vors Gesicht. Wenig später sorgte sie bei der Siegerehrung zunächst für einen kurzen, charmanten Moment der Verwirrung: Mit der Suzanne-Lenglen-Trophäe in den Händen stellte sie sich erst an die falsche Stelle für ihre Rede, korrigierte sich dann aber rasch.

In ihrer Ansprache überraschte Andrejewa anschließend mit einem besonderen Dank. „Ich möchte auch mir selbst danken, dass ich an mich glaube, immer hundert Prozent gebe und jeden Tag versuche, als Mensch und als Spielerin besser zu werden“, sagte sie. Nur sie selbst wisse, wie schwer die vergangenen zwei Wochen für sie gewesen seien und wie nervös sie sich gefühlt habe. Die ungewöhnliche Selbst-Danksagung erinnerte an Rapper Snoop Dogg, der sich 2018 bei seiner Aufnahme auf dem „Hollywood Walk of Fame“ in ähnlicher Weise selbst gewürdigt hatte.

Auch ihrer Trainerin Conchita Martínez dankte Andrejewa für viele Ratschläge. Die Spanierin reagierte auf der Tribüne gerührt und formte mit den Händen ein Herz. Andrejewa ist damit die jüngste Siegerin von Roland Garros seit Monica Seles, die 1992 als 18-Jährige bereits ihren dritten Paris-Titel in Serie geholt hatte.

Für Chwalinska platzte dagegen der Traum, als erst zweite Qualifikantin überhaupt einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Dieses Kunststück war bislang nur Emma Raducanu bei den US Open 2021 gelungen. Nach dem Finale entschuldigte sich die 24-Jährige sogar leicht geknickt dafür, dass das Endspiel nicht spannender gewesen sei. Mit einem Lächeln gratulierte sie der Siegerin und sagte: „Du bist so jung und so talentiert – das ist so nervig.“

Großer Erfolg trotz klarer Finalniederlage

Trotz der Niederlage war das Turnier für Chwalinska ein gewaltiger Erfolg. Allein mit dem Preisgeld von 1,4 Millionen Euro für den Finaleinzug verdiente sie in Paris doppelt so viel wie in ihrer gesamten Karriere zuvor. Die Weltranglisten-114. war zudem die am niedrigsten platzierte Finalistin der French-Open-Geschichte seit Einführung des WTA-Rankings. Nach dem Turnier verbessert sie sich auf Rang 21.

Viel Wind, viele Breaks

Die Bedingungen mit starkem Wind machten beiden Spielerinnen vor allem bei ihren Aufschlagspielen sichtbar zu schaffen. Chwalinska brachte die Favoritin mit ihrem ungewöhnlichen Stil zunächst durchaus in Bedrängnis. Mit hohen Bällen, viel Slice und immer wieder eingestreuten Stopps variierte die Polin ihr Spiel und störte damit den Rhythmus der Russin.

Andrejewa stellte sich im Verlauf der Partie jedoch immer besser darauf ein und sicherte sich verdient den ersten Satz. Im zweiten Durchgang merkte man Chwalinska dann auch die zusätzliche Belastung an: Durch die Qualifikation hatte sie bereits drei Matches mehr in den Beinen als ihre Gegnerin. Auch die Unterstützung des Publikums half nur noch begrenzt. Ihr unterliefen mehr Fehler, während Andrejewa nun deutlich dominanter auftrat und ihre Chancen konsequent nutzte.

Schon früh als Tennis-„Wunderkind“ gehandelt

Andrejewa gilt schon seit Jahren als mögliche Grand-Slam-Siegerin. Bereits 2022 machte sie als Tennis-„Wunderkind“ auf sich aufmerksam, als sie mit 15 Jahren ihr Debüt auf der Tour gab. Den Feinschliff erhielt die in Sibirien geborene Russin in einer renommierten Tennis-Akademie im französischen Cannes.

Spätestens mit ihren Titeln bei den Masters-Turnieren in Dubai und Indian Wells im Jahr 2025 wuchsen die Erwartungen an sie noch einmal deutlich. Danach konnte sie diese hohen Ansprüche zunächst nicht immer erfüllen. Mit dem gestiegenen Druck tat sich die junge Spielerin phasenweise schwer, auch Wutausbrüche nach bitteren Rückschlägen sorgten für Schlagzeilen.

Trainerin Martínez half ihr jedoch immer wieder, schnell die Kontrolle zurückzugewinnen – notfalls auch mit klaren Worten. Der erste Grand-Slam-Titel ihrer Karriere ist nun der bisher größte Beleg dafür, dass Andrejewa den nächsten Schritt geschafft hat.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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