Politik

Vom Flüchtling zum Bischof: Papst überrascht die USA

Klare Botschaft an Trump? Papst Leo XIV. macht in den USA ausgerechnet einen früher illegal eingereisten Migranten zum Bischof.

02.05.2026, 15:16 Uhr

Papst Leo XIV. hat in den USA einen Mann zum Bischof ernannt, der einst als Flüchtling ohne gültige Einreisepapiere ins Land gekommen war. Wie der Vatikan mitteilte, übernimmt der aus El Salvador stammende katholische Geistliche Evelio Menjivar-Ayala künftig das Bischofsamt in der Diözese Wheeling-Charleston im Bundesstaat West Virginia. Der heute 55-Jährige war 1990 in die Vereinigten Staaten gelangt.

Viele Beobachter sehen in der Personalentscheidung auch ein Signal gegen den harten Kurs von US-Präsident Donald Trump in der Migrationspolitik. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus Anfang des vergangenen Jahres geht die US-Regierung streng gegen Migranten vor, insbesondere gegen Menschen aus Mittel- und Südamerika. Leo XIV., das erste Kirchenoberhaupt aus den USA, hatte diese Linie bereits als Kardinal deutlich kritisiert. Auch als Papst wirbt er immer wieder für einen humanen Umgang mit Flüchtlingen.

Versteckt im Auto über Mexiko eingereist

Trump hatte den Papst im vergangenen Monat mehrfach, teils scharf, aufgefordert, sich nicht in politische Fragen einzumischen. Außerdem behauptete der Präsident, Leo verdanke seine Wahl zum Papst indirekt seiner eigenen Präsidentschaft. Zusätzlich veröffentlichte Trump ein KI-generiertes Bild, das ihn selbst als Jesus zeigte. Nach massiver Kritik, auch aus dem eigenen politischen Lager, wurde die Darstellung wieder entfernt.

Menjivar-Ayala war im Alter von 20 Jahren über die Grenze zwischen Mexiko und den USA gekommen, versteckt im Kofferraum eines Autos. In El Salvador herrschte damals ein blutiger Bürgerkrieg. Zuletzt wirkte er als Weihbischof in Washington. Die katholische Kirche hat weltweit rund 1,4 Milliarden Gläubige.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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