Ukraine

Nord-Stream-Anschläge: Festnahme in Kroatien bringt Wende

Wende im Nord-Stream-Krimi: Ein weiterer Verdächtiger wurde in Kroatien gefasst – was steckt wirklich hinter dem Anschlag?

19.08.2026, 11:24 Uhr

Vier Jahre nach den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines ist ein zweiter Verdächtiger gefasst worden. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft nahmen kroatische Einsatzkräfte auf Veranlassung der Behörde den Ukrainer Wolodymyr Z. fest.

Die Karlsruher Ermittler werfen ihm unter anderem vor, gemeinschaftlich eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt zu haben. Laut Bundesanwaltschaft soll der Mann als ausgebildeter Taucher an den Tauchgängen in der Ostsee beteiligt gewesen sein, bei denen Sprengsätze an den Gasleitungen angebracht wurden.

Für den Transport sollen er und seine mutmaßlichen Mittäter eine Segeljacht genutzt haben, die in Rostock gestartet sein soll. Das Boot sei demnach mithilfe gefälschter Ausweispapiere über Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen angemietet worden.

Bei dem nun Festgenommenen handelt es sich laut Bundesanwaltschaft um denselben Mann, der bereits im Herbst 2025 in Polen festgenommen worden war. Die polnische Justiz hatte den deutschen Auslieferungsantrag damals jedoch abgelehnt, woraufhin der Ukrainer wieder freikam.

Die Explosionen in der Nähe der dänischen Ostseeinsel Bornholm hatten im September 2022 die Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 schwer beschädigt. Seitdem kann kein Gas mehr durch die Leitungen transportiert werden. Über Nord Stream 1 war zuvor russisches Erdgas nach Deutschland geflossen, Nord Stream 2 war noch nicht in Betrieb.

Bislang ist niemand für die Anschläge verurteilt worden. Ende August 2025 war bereits der mutmaßliche Drahtzieher der Operation, Serhij K., auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls an der Adriaküste festgenommen worden. Gegen ihn hat die Bundesanwaltschaft inzwischen Anklage beim Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg erhoben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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