Politik

Trump legt gegen Merz nach

Trump und Merz galten als eingespieltes Duo – doch plötzlich eskaliert der Ton. Was hinter dem überraschenden Bruch steckt.

30.04.2026, 16:16 Uhr

US-Präsident Donald Trump legt im Streit mit Bundeskanzler Friedrich Merz erneut nach und verschärft den Ton weiter. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, Merz solle sich statt um die Angelegenheiten anderer lieber um den Krieg in der Ukraine kümmern, „wo er bisher völlig wirkungslos geblieben ist“.

Zugleich forderte Trump, der Kanzler müsse sein „kaputtes Land“ endlich in Ordnung bringen – vor allem bei Migration und Energie. Später sagte Trump im Weißen Haus über Merz: „Ich meine, er hat einen schrecklichen Job gemacht.“

Die neuen Angriffe belasten ein Verhältnis, das noch vor wenigen Tagen als vergleichsweise gut galt. Während Trump mit zahlreichen europäischen Staats- und Regierungschefs bereits offen auf Konfrontationskurs liegt, hatte er Merz zuvor wiederholt Respekt bekundet. Davon ist derzeit kaum noch etwas zu spüren.

Trump droht mit Truppenabzug

Auslöser der jüngsten Eskalation waren offenkundig Äußerungen von Merz vom Montag zum Vorgehen der USA und Israels gegen den Iran. Der Kanzler zeigte sich „desillusioniert“ und kritisierte, dass die zunächst angestrebte schnelle Lösung des „Problems“ ausgeblieben sei. Den USA warf er eine fehlende Strategie vor. Zugleich sagte Merz, eine ganze Nation werde durch die iranische Staatsführung gedemütigt.

Trump reagierte kurz darauf mit scharfen persönlichen Attacken und schrieb, Merz habe „keine Ahnung, wovon er spricht“. Trotz beschwichtigender Worte des Kanzlers drohte Trump am Mittwoch zudem mit einem möglichen Teilabzug von US-Truppen aus Deutschland. Eine Entscheidung dazu solle in Kürze fallen.

Deutschland von zentraler Bedeutung für das US-Militär

Ein Teilabzug hätte erhebliche Tragweite: Nach Angaben des US-Militärs von Mitte April sind derzeit rund 86.000 US-Soldaten in Europa stationiert, davon etwa 39.000 in Deutschland. Die Zahlen verändern sich regelmäßig, unter anderem durch Rotationen und Übungen.

Die Standorte in Deutschland sind nicht nur für die Bundesrepublik wichtig, sondern auch für die USA selbst. Die Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz gilt als zentrale Luftdrehscheibe für Einsätze in Europa und im Nahen Osten. In Landstuhl befindet sich das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der Vereinigten Staaten. Nahe Grafenwöhr in Bayern liegt zudem der größte Truppenübungsplatz der USA außerhalb des eigenen Landes.

Offene Differenzen im Iran-Krieg sind nicht neu

Dass Trump und Merz in der Iran-Politik weit auseinanderliegen, ist allerdings keine neue Entwicklung. Bereits vor rund einem Monat hatte der Kanzler Trump wegen dessen Vorgehens im Iran-Krieg scharf kritisiert. Merz sagte damals, Trumps Handeln stehe nicht für Deeskalation oder den Versuch einer friedlichen Lösung, sondern für eine massive Eskalation mit offenem Ausgang.

Zuvor hatte Trump Deutschland bereits vorgeworfen, sich nicht ausreichend an der Absicherung der Straße von Hormus zu beteiligen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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