Politik

Stichwahl-Krimi: Lula oder Bolsonaro – wer holt’s?

Brasilien vor der Richtungswahl: Lula und Bolsonaro mobilisieren letzte Massen – Umfragen deuten auf ein Thriller-Finale hin.

25.10.2026, 02:21 Uhr

Lula und Flávio Bolsonaro beenden Wahlkampf mit Großauftritten

Mit Massenkundgebungen und deutlichen Botschaften haben Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und sein rechter Herausforderer Flávio Bolsonaro ihren Wahlkampf vor der entscheidenden Stichwahl abgeschlossen.

Lula sprach vor Tausenden Unterstützern auf der Avenida Paulista in São Paulo. Dort betonte er, Brasilien brauche einen tiefgreifenden Wandel und dürfe nicht in alte Muster zurückfallen. Zuvor war der 80-Jährige bei sonnigem Wetter auf einem Lautsprecherwagen entlang der berühmten Copacabana in Rio de Janeiro gefahren.

Flávio Bolsonaro suchte derweil in Belo Horizonte die Nähe zu seinen Anhängern. Der 45-Jährige nahm an einer von lauter Musik begleiteten Motorradparade teil und fuhr auf einem Lastwagen mit. Später trat der Senator im wohlhabenden Viertel Barra da Tijuca in Rio auf. Vor jubelnden Anhängern zeigte er sich zuversichtlich und erklärte, Brasilien werde schon am nächsten Tag einen neuen Präsidenten haben.

Sozialprogramme gegen konservativen Kurs

Lula, Kandidat der linken Arbeiterpartei PT, steht für Sozialpolitik und mehr staatliche Investitionen. Flávio Bolsonaro von der rechten Liberalen Partei PL wirbt dagegen für einen konservativen Richtungswechsel und ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität. Außerdem setzt er sich für eine Amnestie seines Vaters ein. Ex-Präsident Jair Bolsonaro war wegen eines versuchten Staatsstreichs zu mehr als 27 Jahren Gefängnis verurteilt worden und steht derzeit unter Hausarrest.

Vor der Stichwahl in Brasilien
Flávio Bolsonaro mobilisiert zum letzten Mal vor der Stichwahl seine Anhänger. Quelle: Philipp Znidar/dps/dpa

Am Sonntag sind rund 159 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, über den politischen Kurs des größten Landes Lateinamerikas zu entscheiden. Im ersten Wahlgang kam Flávio Bolsonaro auf etwa 47 Prozent der gültigen Stimmen, Lula erreichte 45 Prozent. Beobachter sehen den rechten Kandidaten vor der Stichwahl teilweise leicht im Vorteil, während Umfragen auf ein äußerst knappes Rennen hindeuten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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