Politik

So stoppt Signal jetzt Phishing-Tricks

Nach Attacken auf Politiker zieht Signal die Notbremse: Diese neuen Warnungen sollen Nutzer jetzt vor Phishing schützen.

08.05.2026, 14:33 Uhr

Signal reagiert auf Phishing mit neuen Warnungen

Nach Phishing-Angriffen auf Politiker, Militärangehörige und Journalisten in Deutschland verschärft der Messenger Signal seine Schutzmechanismen. Künftig sollen Nutzerinnen und Nutzer deutlicher gewarnt werden, wenn sie erstmals von einer unbekannten Telefonnummer kontaktiert werden. Das sagte Meredith Whittaker, Präsidentin der gemeinnützigen Stiftung hinter Signal, dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Regierungsvertreter im Visier der Angreifer

Im Zentrum der jüngsten Phishing-Welle standen insbesondere Mitglieder der Bundesregierung sowie Vertreter der Regierungsparteien. Zu den Betroffenen zählen unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sowie die Ministerinnen Verena Hubertz (SPD) und Karin Prien (CDU). Mehrere Fachleute aus dem Sicherheitsbereich vermuten hinter den Angriffen Akteure aus Russland.

Whittaker stellte zugleich klar, dass Signal selbst nicht kompromittiert worden sei. Die Plattform bleibe sicher, die Verschlüsselung sei weiterhin stark, und im quelloffenen Code seien keine Sicherheitslücken festgestellt worden. Ihrer Einschätzung nach sei Signal vor allem wegen seiner großen Verbreitung und der vielen prominenten Nutzerinnen und Nutzer ins Visier geraten. Diese seien mithilfe von Social Engineering dazu gebracht worden, ungewollt Fehler zu machen. Ein solches Risiko bestehe grundsätzlich bei jedem Dienst.

Annahme unbekannter Kontakte wird erschwert

Nach Angaben der Signal-Chefin wird das Akzeptieren neuer unbekannter Kontakte künftig nicht mehr per einfachem Klick möglich sein. Stattdessen soll ein verpflichtender Warnhinweis eingeblendet werden. Darüber hinaus arbeite Signal an weiteren Schutzideen, über die bald informiert werden solle.

Whittaker betonte außerdem, dass Signal Nutzer niemals in einem direkten Zweier-Chat auffordern werde, ihre PIN, Schlüssel oder andere sensible Informationen preiszugeben.

Kritisch äußerte sie sich auch zu den Reaktionen auf die betroffenen Politikerinnen. Diese seien im Internet teils als digital ahnungslos verspottet worden. Das habe sie enttäuscht, wenn auch nicht überrascht. In Teilen der Tech-Szene nehme sie eine gewisse Überheblichkeit wahr, die sie deutlich kritisierte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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