Bei einem von den Behörden als Terrorakt eingestuften Messerangriff am Bahnhof Winterthur sind drei Männer verletzt worden, einer davon schwer. Der mutmaßliche Angreifer, ein 31-jähriger Mann aus Winterthur, wurde laut Kantonspolizei Zürich rund fünf Minuten nach dem Alarm festgenommen. Weitere Täter gab es demnach nicht.
Die drei Opfer sind Schweizer. Ein 28-Jähriger erlitt eine Stichverletzung am Bein, ein 43-Jähriger wurde am Hals verletzt. Beide konnten das Krankenhaus nach der Behandlung wieder verlassen. Ein 52-Jähriger wurde schwerer verletzt: Nach einem Stich in den Oberschenkel musste er operiert werden.
Nach Angaben der Behörden war der Tatverdächtige bereits 2015 wegen der Verbreitung von Propaganda für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ angezeigt worden. Augenzeugen berichteten zudem, der Mann habe während der Attacke „Allahu Akbar“ gerufen.
Nur wenige Tage vor der Tat war der Mann nach Polizeiangaben in eine psychiatrische Einrichtung gebracht worden. Er hatte sich demnach am 25. Mai bei der Stadtpolizei Winterthur gemeldet und dabei wirre Aussagen gemacht, jedoch keine konkreten Gewaltdrohungen geäußert. Die Polizei brachte ihn daraufhin in die Psychiatrie, die er am folgenden Tag wieder verließ. Zunächst wurde noch nach ihm gesucht, später bescheinigte ein Arzt aber, dass keine Gefahr für ihn selbst oder andere bestehe.
Zürichs Sicherheitsdirektor Mario Fehr sprach von einem Mann mit einer offensichtlich jihadistisch motivierten Verwirrung. Der Verdächtige besitzt neben der Schweizer auch die türkische Staatsbürgerschaft. Er wurde in der Schweiz geboren und 2009 eingebürgert. 2024 meldete er sich ab und zog in die Türkei. Erst vor kurzer Zeit kehrte er nach Erkenntnissen der Polizei in die Schweiz zurück. Fehr geht davon aus, dass er sich in der Türkei radikalisiert hat.
Neu teilten die Behörden mit, dass nun auch eine Aberkennung der Schweizer Staatsbürgerschaft möglich sei. Fehr sagte dazu: „Wir wollen, dass solche Leute das Land verlassen“.
Am Bahnhof griffen nach Angaben der Polizei zudem Passanten beherzt ein. So stellte sich eine Lehrerin schützend vor ihre Klasse, die sich zufällig gerade in der Nähe befand.
Winterthur liegt mit rund 120.000 Einwohnern etwa 50 Kilometer südwestlich von Konstanz am Bodensee.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion