Iran

Trump will Irans Öl an sich reißen

Trump droht mit Irans Öl-Herz: Will er Kharg übernehmen und noch heute Nacht hart zuschlagen?

11.06.2026, 14:41 Uhr

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran bleibt trotz der seit zwei Monaten geltenden Feuerpause hochgefährlich. US-Präsident Donald Trump hat die für den Abend angekündigten schweren Angriffe auf den Iran jedoch kurzfristig abgesagt. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte der Republikaner, Gespräche hätten inzwischen die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht.

Nach Trumps Darstellung stehen die Verhandlungen über eine Beruhigung des Konflikts kurz vor einem Durchbruch. Er schrieb, Gespräche und abschließende Punkte seien im Detail von allen beteiligten Seiten gebilligt worden. Genannt wurden neben den USA unter anderem Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien und Ägypten. Trump stellte sogar eine Unterzeichnung in Aussicht; Zeitpunkt und Ort sollten bald bekanntgegeben werden.

Seit Wochen laufen Bemühungen um ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges. Ein solcher Schritt würde voraussichtlich zunächst nur den Einstieg in weiterführende Verhandlungen bedeuten. Zuletzt hatte es allerdings keine klaren Hinweise auf eine bedeutende Annäherung in den zentralen Streitpunkten zwischen Washington und Teheran gegeben.

Kehrtwende binnen weniger Stunden

Nur wenige Stunden vor seiner Absage hatte Trump noch angekündigt, die Vereinigten Staaten würden den Iran in der Nacht „sehr hart“ treffen. Zugleich drohte er damit, die für Irans Ölindustrie zentrale Insel Charg sowie weitere wichtige Punkte der Energie-Infrastruktur in nicht allzu ferner Zukunft zu übernehmen. Ziel sei eine „vollständige Kontrolle“ über Irans Öl- und Gasmärkte.

Die Insel Charg im Persischen Golf hat für Teheran enorme strategische Bedeutung. Dort liegt der wichtigste Ölhafen des Landes, über den fast der gesamte Ölexport der Islamischen Republik abgewickelt wird. Mit diesen Drohungen erhöhte Washington den Druck auf Teheran in den stockenden diplomatischen Bemühungen.

Trump erklärte zugleich, die US-Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen werde bis zum endgültigen Abschluss einer Vereinbarung vollständig bestehen bleiben. Die USA begründen diese Maßnahmen als Reaktion auf die faktische Blockade der Straße von Hormus durch den Iran.

Erneut schwere gegenseitige Angriffe in der Nacht

Ungeachtet der Feuerpause lieferten sich die USA und der Iran in der Nacht erneut heftige Angriffe. Bereits in der Nacht zu Mittwoch hatte es gegenseitige Attacken gegeben.

Iranischen Medien zufolge wurden bei Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen verletzt. Das Portal „Mehr“ berichtete unter Berufung auf offizielle Stellen außerdem, in den frühen Morgenstunden sei in der Straße von Hormus ein mit Grundnahrungsmitteln beladenes Boot von einem US-Geschoss getroffen worden. Die Besatzung sei gerettet worden.

Das US-Militär erklärte dagegen, Ziel der Angriffe seien militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Einrichtungen der Flugabwehr im Iran gewesen.

Iran droht Schiffen in der Straße von Hormus

Das iranische Außenministerium verurteilte die aus seiner Sicht „großangelegten“ US-Angriffe der Nacht scharf. Die Militärführung in Teheran drohte danach, jedes Schiff anzugreifen, das die für den Öl- und Gashandel zentrale Straße von Hormus passieren wolle. Nach Angaben des Staatsrundfunks sollen bereits zwei Schiffe beschossen worden sein.

Das US-Regionalkommando Centcom widersprach dieser Darstellung auf X. Handelsschiffe würden weiterhin in die Meerenge ein- und ausfahren, hieß es.

Angriffe auf Bahrain, Kuwait und Raketen über Jordanien

In der Nacht griff der Iran zudem die Golfstaaten Bahrain und Kuwait an. Nach Angaben lokaler Behörden wurde in Bahrain ein elfjähriges Mädchen verletzt. In der Hauptstadt Manama und im Ort Hammad gerieten nach abgewehrtem iranischem Drohnenbeschuss durch herabfallende Trümmer mehrere Fahrzeuge in Brand, außerdem wurden Wohnhäuser beschädigt.

Auch Jordanien meldete, in der Nacht 20 aus dem Iran abgefeuerte Raketen abgefangen zu haben. Im Osten des Landes betreibt das US-Militär einen Stützpunkt, auf dem unter anderem Kampfflugzeuge stationiert sind.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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