Politik

Drama in Syrien: Deutsche Journalistin wieder frei

Monatelang in Syrien inhaftiert – jetzt ist Eva Maria Michelmann plötzlich frei. Was hinter ihrer Rückkehr steckt.

19.06.2026, 18:26 Uhr

Nach fünf Monaten Haft in Syrien: Journalistin Eva Maria Michelmann zurück in Deutschland

Die im Januar in Syrien festgenommene deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann ist wieder frei. Das bestätigte ihr Bruder Antonius Michelmann der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel". Die aus Köln stammende Reporterin sei inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt. Am späten Nachmittag sei sie aus Jordanien eingereist. "Wir haben sie abgeholt", sagte ihr Bruder.

Nach Angaben der Familie geht es Michelmann den Umständen entsprechend gut. Sie habe jedoch über längere Zeit in Isolationshaft gesessen. Weitere Einzelheiten nannte ihr Bruder zunächst nicht. Insgesamt war die Journalistin rund fünf Monate in syrischem Gewahrsam.

Michelmann war nach früheren Angaben des syrischen Informationsministeriums am 18. Januar in der Stadt Rakka während einer Militäroperation festgenommen worden. Ebenfalls inhaftiert wurde dabei der türkische Staatsbürger Ahmed Polad, ein kurdischer Journalist mit Wurzeln in der Türkei. Von ihm fehlt nach Angaben von Antonius Michelmann weiterhin jede Spur.

Das syrische Informationsministerium hatte Anfang Mai mitgeteilt, Michelmann sei bei der Durchsuchung eines Gebäudes festgenommen worden, das einer den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) zugeordneten Gruppe zugerechnet worden sei. Nachdem sich dort Kämpfer verschanzt hätten, seien alle Anwesenden festgesetzt worden. Dabei seien auch zwei ausländische Personen aufgefallen.

Nach Darstellung eines Ministeriumssprechers soll Michelmann zunächst angegeben haben, spanische Staatsbürgerin zu sein und für eine mit den Vereinten Nationen verbundene Organisation zu arbeiten. Eine Anfrage bei den UN habe jedoch ergeben, dass in dem Gebiet keine Mitarbeiter vermisst würden. Im Verlauf der Ermittlungen sei dann festgestellt worden, dass es sich um eine deutsche Journalistin handle, die keine Dokumente zur Bestätigung ihres Auftrags habe vorlegen können. Zudem hätten Michelmann und ihr Begleiter nach Angaben des Sprechers versucht, aus dem Gewahrsam zu fliehen.

Familienangehörige hatten früher erklärt, Michelmann arbeite seit 2022 als freie Journalistin in Syrien.

Wie der "Spiegel" berichtet, wurde Michelmann während ihrer Haft von der deutschen Botschaft in Damaskus konsularisch betreut. Demnach setzten sich die Botschaft in Damaskus und die deutsche Vertretung in Beirut bei der syrischen Regierung für ihre Freilassung ein. Auch die Zentrale des Auswärtigen Amts in Berlin war dem Bericht zufolge auf hoher Ebene in die Gespräche eingebunden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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