Studie: Zugewanderte Fachkräfte zieht es kaum in ostdeutsche Flächenländer
Einer Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge entscheiden sich internationale Fachkräfte deutlich seltener für die ostdeutschen Flächenländer als für westdeutsche Regionen und die Stadtstaaten. Ein Kurzbericht der Studie liegt der Deutschen Presse-Agentur vor; zuerst hatten Zeitungen der Funke Mediengruppe darüber berichtet.
Nach den Zahlen war 2024 in Berlin, Bremen und Hamburg etwa jede vierte Fachkraft im Ausland geboren. Auch in Hessen und Baden-Württemberg fiel der Anteil mit mehr als 20 Prozent vergleichsweise hoch aus. In den ostdeutschen Bundesländern lag er laut Studie dagegen durchweg unter neun Prozent.
Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, betonte mit Blick auf den demografischen Wandel, dass Ostdeutschland zur Sicherung seines Fachkräftebedarfs auf Zuwanderung angewiesen sei. Dafür brauche es vor Ort mehr Offenheit. Parteien, die Ressentiments gegen Zugewanderte schürten, seien dabei ein Hindernis.
Bundesweit lag der Anteil der im Ausland geborenen Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 25 und 64 Jahren im Jahr 2024 laut IW bei 24,8 Prozent. Besonders hoch war der Anteil qualifizierter Zugewanderter in Berlin mit 27,1 Prozent, gefolgt von Bremen mit 24,7 Prozent und Hamburg mit 24,4 Prozent. Unter den Flächenländern lagen Hessen mit 22,4 Prozent und Baden-Württemberg mit 21,4 Prozent vorn.
Am niedrigsten fiel der Anteil in mehreren ostdeutschen Ländern aus, darunter Mecklenburg-Vorpommern mit 6,9 Prozent, Sachsen-Anhalt mit 7,1 Prozent und Brandenburg mit 7,4 Prozent.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion