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Drama am Strand: Warum der gestrandete Wal wohl erst am Sonntag bewegt werden kann

Eine extra ausgebaggerte Schneise soll den Buckelwal aus der nur hüfttiefen Bucht befreien, in der er festsitzt. Doch ob der riskante Rettungsplan rechtzeitig klappt, ist völlig offen.

24.04.2026, 02:00 Uhr

Rettungsplan für Buckelwal vor Poel weiter ohne Freigabe – Spezialkahn verspätet sich

Der vor der Insel Poel festsitzende Buckelwal liegt weiterhin in der eigens für ihn ausgehobenen Kuhle im Flachwasser. Die Vertiefung soll verhindern, dass das etwa zwölf Meter lange Tier durch sein eigenes Gewicht zusätzlichen Schaden nimmt. Zugleich macht sie es für den Wal schwieriger, sich aus eigener Kraft wieder aus dem Bereich zu befreien.

Für das neue Rettungskonzept der privaten Initiative gibt es von den Behörden bislang noch kein grünes Licht. Ein Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern sagte am Abend, dass weiterhin einige Fragen zu klären seien. Damit ist die Freigabe für den Einsatz zunächst weiter offen.

Zuvor hatte die Tierärztin der privaten Rettungsinitiative, Kirsten Tönnies, die Ergebnisse der jüngsten Lagebesprechung mit den Behörden deutlich vorsichtiger beschrieben. Nach ihrem Eindruck gebe es – abgesehen von kleineren Punkten – Zustimmung für das System. Gleichzeitig schränkte sie selbst ein, dass dies ihrem Verständnis der Besprechung entspreche.

Idee: Transport in einer Art Riesen-Aquarium

Der aktuelle Plan sieht vor, eine mehr als 100 Meter lange Rinne zwischen dem Liegeplatz des Wals und tieferem Wasser auszuheben. Über diesen Weg soll der tonnenschwere Meeressäuger zu einem großen, absenkbaren Lastkahn gebracht werden.

Am Heck des Wasserfahrzeugs soll dazu eine Klappe geöffnet werden. Der Wal soll dann in den mit Wasser gefüllten Kahn hineinschwimmen oder dorthin bugsiert werden. Falls nötig, könnten dabei weiche Schlingen als Hilfsmittel eingesetzt werden. Nach Darstellung der Initiative wäre das Tier während des Transports damit gewissermaßen wie in einem riesigen Aquarium untergebracht.

Transportgerät kommt später als geplant

Allerdings verzögert sich die Ankunft des dafür vorgesehenen Spezialkahns vor Poel. Nach Angaben von Tönnies sollte das rund 50 Meter lange und 30 Meter breite Wasserfahrzeug eigentlich bereits in einer Werft vorbereitet werden, doch es gibt Verzögerungen. Wann es nun eintreffen wird, blieb zunächst offen.

Damit ist auch der bisher genannte Zeitplan fraglich. Aus dem Unterstützerkreis hatte es zuvor geheißen, mit der eigentlichen Bergung könne möglicherweise am Sonntag oder Montag begonnen werden. Ob das noch zu halten ist, ist derzeit unklar.

Steigender Wasserstand am Sonntag erwartet

Zusätzliche Hoffnung setzt das Team nun auf die Entwicklung des Wasserstands. Für Sonntagmittag wird in der Bucht ein deutlich steigender Pegel erwartet. Umweltminister Till Backhaus sagte bei einem Besuch in Kirchdorf auf Poel, die Situation könne ähnlich werden wie am Montag, als sich der Wal überraschend aus seiner bisherigen Lage bewegte. Es sei deshalb möglich, dass sich das Tier erneut selbst losmache.

Um zu verhindern, dass der Buckelwal dann noch weiter in das Flachwassergebiet gerät, sollen hinter ihm große Sandsäcke, sogenannte Big Bags, als Barriere aufgestellt werden. Zwei Lkw-Ladungen wurden dafür bereits am Freitag in den Hafen von Kirchdorf auf Poel gebracht.

Minister berichtet von stabilem Zustand

Backhaus sagte nach einem Besuch am Tier, der Wal atme und habe eine gute Herzfrequenz. Dennoch bleibt ungewiss, ob der geschwächte Buckelwal weitere Rettungsversuche überstehen würde. Fachleute gehen weiterhin davon aus, dass das Tier nach den vergangenen Wochen stark belastet ist.

Bereits am Montagmorgen hatte sich der Wal bei gestiegenem Wasserstand überraschend aus seiner bisherigen Lage bewegt. Mitglieder der Initiative versuchten daraufhin von Booten aus, ihn in Richtung offene Ostsee zu lenken. Nach rund zwei Stunden stoppte das Tier jedoch wieder. Aus dem Team hieß es anschließend, der Wal sei zwischenzeitlich in Panik geraten. Deshalb verfolgt die Initiative nun den neuen Transportplan.

Geldgeber halten an der Aktion fest

Die private Rettungsaktion wird weiter von Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert. Gunz hatte betont, man wolle das Vorhaben nicht abbrechen und den Weg bis zum Ende gehen. Den neuen Plan hält das Unterstützerumfeld für aussichtsreicher als die inzwischen verworfenen Ponton-Ideen.

Zu den bisher entstandenen Kosten gibt es weiterhin keine Angaben. Die Arbeiten der privaten Initiative laufen seit dem 16. April.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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