Am Tag der Deutschen Einheit haben zahlreiche Menschen im einst geteilten Ort Mödlareuth friedlich die Wiedervereinigung gefeiert und sich zugleich mit der Geschichte der deutschen Teilung beschäftigt. Nach Angaben der Polizei blieb die Lage bis zum Nachmittag ruhig.
Zu einem Fest für Demokratie hatten wie in den Vorjahren mehrere Organisationen aus Bayern, Sachsen und Thüringen eingeladen. In dem kleinen Ort, der teils in Bayern und teils in Thüringen liegt, sollte damit ein Zeichen für eine offene, vielfältige und inklusive Gesellschaft gesetzt werden. Parallel dazu fand auch eine Veranstaltung der AfD statt.
Söder und Voigt bei CSU-Deutschlandfest
Am Nachmittag kamen auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Thüringens Regierungschef Mario Voigt (CDU) zum Deutschlandfest der CSU, das die Partei seit vielen Jahren am 3. Oktober in Mödlareuth veranstaltet.
Söder würdigte den Einsatz der Menschen in der damaligen DDR, die auf die Straße gegangen seien und sich engagiert hätten. Zugleich warnte er davor, Deutschland schlechtzureden. Das Land brauche „etwas mehr Stolz, etwas mehr Optimismus, etwas mehr Patriotismus“, sagte er mit Blick auf den Tag der Deutschen Einheit.
Voigt betonte, Deutschland brauche keine Ostalgie, sondern Klartext. Entscheidend seien menschlicher Zusammenhalt statt Gegeneinander sowie der Glaube an die Kraft des Landes und die Stärke seiner Menschen.
Als „Little Berlin“ bekannt
Mödlareuth war während der deutschen Teilung durch eine Mauer getrennt – ähnlich wie Berlin. Ein Teil des Dorfes lag in der DDR, der andere in der Bundesrepublik. Dadurch wurde der Ort international unter dem Namen „Little Berlin“ bekannt.
Mit der Geschichte der Teilung und ihren Folgen beschäftigt sich das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth. Die erhaltenen Grenzanlagen machen die Vergangenheit bis heute erlebbar. Zum 3. Oktober standen dort Vorträge, Filmvorführungen sowie kostenlose Kurzführungen über das Außengelände und zum Grenzturm Heinersgrün auf dem Programm.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber