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Vodafones Spam-Warner schlug schon millionenfach Alarm

Unbekannte Nummer auf dem Display – und jetzt? Wer rangeht, landet im schlimmsten Fall bei dreisten Abzockern. Vodafone greift nun ein und setzt auf ein neues Warnsystem, das Kunden rechtzeitig alarmieren soll.

29.04.2026, 05:15 Uhr

Vodafone meldet Millionen Warnhinweise bei verdächtigen Anrufen

Ein Jahr nach der Einführung seines Schutzmechanismus gegen Telefonbetrug zieht Vodafone eine positive Bilanz. Wie das Unternehmen in Düsseldorf mitteilte, wurden inzwischen 64,5 Millionen Warnmeldungen an Mobiltelefone verschickt.

Erkennt das System eine Rufnummer in einer internen Datenbank als verdächtig oder betrügerisch, erscheint auf dem Display der Hinweis „Vorsicht: Betrug möglich“. Nutzer können den Anruf zwar weiterhin annehmen, werden jedoch vorab gewarnt. Dadurch sinkt das Risiko, auf Betrugsmaschen hereinzufallen. Ein ähnliches Angebot gibt es bei der Telekom seit Dezember, O2 bietet bislang kein vergleichbares System an.

Warnsystem bremst viele Anrufe aus

Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot verweist auf die wachsende Gefahr durch Betrug über Telefon und Internet. Nach seinen Worten schützt das System jeden Tag Hunderttausende Menschen vor potenziell gefährlichen Anrufen. Zugleich betont er, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen: Verbraucher müssten weiterhin genau prüfen, mit wem sie telefonieren.

Nach Unternehmensangaben werden nur 14 Prozent der Anrufe mit Spam-Warnung überhaupt angenommen. Das spricht dafür, dass viele Betrugsversuche schon durch den Hinweis ins Leere laufen. Zum Vergleich: Bei Anrufen mit unterdrückter Nummer liegt die Annahmequote bei 60 Prozent. Wird ein als verdächtig markierter Anruf doch entgegengenommen, dauert das Gespräch im Schnitt nur 40 Sekunden. Normale Mobilfunkgespräche im Vodafone-Netz kommen dagegen durchschnittlich auf 2 Minuten und 40 Sekunden.

Laut Vodafone stammen 83 Prozent der potenziellen Betrugsanrufe aus Deutschland. Bei den übrigen Anrufen aus dem Ausland tauchen besonders häufig Nummern aus den Niederlanden, Österreich und Großbritannien auf. Auch Zypern und Lesotho werden öfter registriert. Seit Dezember ist die Zahl der verdächtigen Anrufe leicht rückläufig.

Weniger Betrugsanrufe am Wochenende

Auffällig ist auch die Verteilung über die Woche: Die meisten verdächtigen Anrufe registriert Vodafone mittwochs, mit durchschnittlich 273.000 Warnungen an diesem Tag. Am wenigsten los ist sonntags mit nur etwa 5.000 Fällen. Auch samstags bleibt das Aufkommen mit rund 44.000 Warnungen vergleichsweise niedrig.

Bei der Telekom werden an Werktagen nach eigenen Angaben zwischen 400.000 und 600.000 mögliche Betrugsversuche erkannt. Dort trägt das Schutzsystem den Namen Call Check. Auch der Bonner Konzern beobachtet, dass am Wochenende deutlich weniger dubiose Anrufe eingehen. Ein Telekom-Sprecher erklärt das damit, dass Betrug für die Täter ein regelrechtes Geschäftsmodell mit festen Arbeitszeiten sei. Selbst an Feiertagen und in Ferienzeiten wie Weihnachten oder Ostern zeigten sich in den Statistiken deutliche Rückgänge.

KI und Deepfakes verschärfen die Gefahr

Vodafone-Sicherheitsexperte Marc Atkins warnt davor, dass sich die Bedrohung weiter verändert. Kriminelle nutzten inzwischen Künstliche Intelligenz und Deepfakes, um Stimmen täuschend echt nachzuahmen und so das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen. Dadurch werde Telefonbetrug professioneller und schwerer zu durchschauen. Besonders ältere Menschen seien davon gefährdet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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