Schleswig-Holstein

Genialer Ferien-Trick: Bäcker eröffnet Sauerteig-Hotel

Wohin mit dem Sauerteig im Urlaub? Eine Kieler Bäckerei bietet jetzt ein kurioses Hotel für den wertvollen Brotbegleiter.

22.05.2026, 04:30 Uhr

Sauerteig-Service für die Urlaubszeit: Kieler Bäcker startet Deutschlands erstes „Sauerteighotel“

Wer regelmäßig Brot mit Sauerteig backt, kennt das Problem vor der Reise: Was passiert mit dem Ansatz, wenn man mehrere Tage oder Wochen weg ist? In Kiel gibt es dafür nun eine ungewöhnliche Lösung. Bäckermeister David Schöne eröffnet am Samstag in seiner Bäckerei eine Betreuungsstelle für Sauerteige.

Unter dem Namen „The Grand Dough“ soll dort nach seinen Angaben das erste Sauerteighotel Deutschlands an den Start gehen. Trotz intensiver Suche habe er hierzulande nichts Vergleichbares gefunden, sagt der Norddeutsche. Hinter dem Namen steckt allerdings kein Luxusquartier, sondern ein Holzregal an der Wand der Backstube mit Platz für 15 Gläser. Für eine Woche Betreuung werden 20 Euro fällig, jede weitere Woche kostet 10 Euro.

Auf die Idee kam Schöne nach eigenen Angaben durch Gespräche mit Kunden. Viele hätten berichtet, dass sich Sauerteig nach einem längeren Urlaub nur schwer wieder aktivieren lasse. Da in seiner Bäckerei ohnehin täglich Sauerteige angesetzt und gepflegt werden, sei der zusätzliche Service naheliegend gewesen. Ziel sei, dass Urlauber nach ihrer Rückkehr direkt wieder mit backbereitem Teig loslegen können.

Damit das gelingt, müssen Sauerteige regelmäßig versorgt werden. Nach Angaben des Bäckers sollten sie alle zwei bis drei Tage aufgefrischt werden. Dafür kommen Mehl und Wasser hinzu, anschließend reift der Ansatz unter passenden Temperaturen und Zeiten weiter. Bleibt diese Pflege aus, leidet die Qualität – im schlimmsten Fall verdirbt der Teig. Durch die Betreuung in der Bäckerei entfällt nach dem Urlaub eine erneute Anlaufphase.

Schöne sieht im anhaltenden Sauerteig-Boom eine neue Wertschätzung für handwerkliches Backen und das Selbermachen. Ein gutes Sauerteigbrot lasse sich im Grunde schon aus wenigen Zutaten herstellen: Mehl, Wasser und Salz.

Besonders schade sei es, wenn lange gepflegte Ansätze während eines Urlaubs eingehen. Manche Sauerteige seien schließlich jahrzehntealt, sagt Schöne – teils 50 oder 60 Jahre. Mit der richtigen Pflege könnten sie praktisch unbegrenzt weitergeführt werden.

Auch bei Kunden stößt das Konzept auf Interesse. Aisha Dallmeyer, die zu Hause einen Dinkel- und einen Weizensauerteig hat, hält das Angebot für sinnvoll. Gerade während einer Reise sei oft unklar, wer die regelmäßige Fütterung übernehmen könne. Laut Schöne gibt es bereits erste Anfragen. Ein Sauerteig soll demnach sogar von Januar bis März und damit für mehr als drei Monate „einchecken“.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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