In Dinslaken am Niederrhein sind bei einem schweren Verkehrsunfall nahe einer Grundschule zwei Kinder ums Leben gekommen. Drei Jungen im Alter von zwölf Jahren wurden von einem Auto erfasst, als sie offenbar mit ihren Fahrrädern auf dem Weg zum Unterricht an einer nahe gelegenen weiterführenden Schule waren. Zwei von ihnen starben später im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen, ein dritter Junge wurde leicht verletzt.
Die 47 Jahre alte Autofahrerin erlitt ebenfalls schwere Verletzungen und kam wie die Kinder in ein Krankenhaus. Ob sie inzwischen vernommen werden konnte, wollte die Staatsanwaltschaft Duisburg zunächst nicht mitteilen.
Unfall kurz vor Schulbeginn
Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Unfall gegen 7.45 Uhr und damit kurz vor Schulbeginn. Auf der schmalen Straße vor der Schule verlor die Frau aus bislang ungeklärter Ursache die Kontrolle über ihren Wagen, geriet von ihrer Spur ab und fuhr in die Gruppe der Jungen.
Nach dem Zusammenstoß wurde das Auto noch in drei geparkte Fahrzeuge geschleudert, die erheblich beschädigt wurden. Nach Einschätzung der Polizei war der Wagen dabei offenbar nicht langsam unterwegs.
Ermittler sichern Spuren – keine Hinweise auf Vorsatz
Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt. Ein spezialisiertes Unfall-Ermittlerteam untersuchte den Bereich, zudem schaltete sich die Staatsanwaltschaft früh in die Ermittlungen ein. Zur möglichen Ursache machte die Polizei zunächst keine genauen Angaben. Nach bisherigem Stand gibt es jedoch keine Hinweise auf eine absichtliche Tat. Nach dpa-Informationen könnte ein internistischer Notfall der Fahrerin hinter dem Unfall stecken.
Auf der Straße lagen nach dem Aufprall Autoteile, ein zerstörtes Fahrrad, ein verlorener Schuh und ein Schultornister. Die Polizei markierte zahlreiche Spuren mit gelben Zahlenkärtchen.
Augenzeugen werden betreut
In dem belebten Viertel nahe der Schule mussten mehrere Menschen den Unfall mitansehen, darunter Zeugen an einem Kiosk in der Nähe der Unfallstelle. Nach Angaben der Polizei werden sie psychologisch betreut. Die erste Meldung zum Unfall kam demnach von einem Polizisten, der an einer Kreuzung den Verkehr regelte.
Bestürzung in NRW
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach von furchtbaren Nachrichten aus Dinslaken. Zwei Kinder seien auf dem Weg zur Schule aus dem Leben gerissen worden. Nach bisherigem Kenntnisstand handle es sich um einen tragischen Unfall. Den Familien gelte sein tiefes Mitgefühl.
Auch NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) zeigte sich bestürzt. Die Schulen würden mit allem unterstützt, was möglich sei, erklärte sie. Schulpsychologinnen und Schulpsychologen seien bereits an den betroffenen Schulen im Einsatz.
Feller betonte, der Verlust eines Kindes sei das Schlimmste für Eltern. Sie trauere mit den Familien, Freunden, Bekannten und allen Menschen an den betroffenen Schulen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion