Nordrhein-Westfalen

Polizei angegriffen: Razzien nach Feier der Großfamilie

Nach Attacke auf Polizisten in Leverkusen: Jetzt stürmt die Polizei mehrere Objekte – drei Verdächtige im Visier.

05.06.2026, 06:39 Uhr

Razzien nach Angriff auf Polizeikräfte bei Familienfeier in Leverkusen

Gut zwei Monate nach den massiven Ausschreitungen bei einer Feier einer Großfamilie in Leverkusen ist die Polizei mit Durchsuchungen gegen mutmaßliche Hauptverantwortliche vorgegangen. Seit den frühen Morgenstunden wurden nach Polizeiangaben mehrere Mehrfamilienhäuser durchsucht.

Dabei stellten die Ermittler mehrere Handys zur Beweisauswertung sicher. Außerdem wurden mehrere verbotene Waffen gefunden, darunter ein Butterfly-Messer und ein sogenanntes Wurfmesser.

Die Ermittlungen richten sich gegen drei Männer im Alter von 25, 26 und 35 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, am 6. April in einer ehemaligen Shisha-Bar in Leverkusen Polizeikräfte angegriffen und teils schwer verletzt zu haben. Mehrere Polizistinnen und Polizisten sind infolge des Einsatzes weiterhin dienstunfähig.

Bei dem Vorfall am Ostersonntag hatten in den Räumen der früheren Shisha-Bar rund 50 Menschen gefeiert, die überwiegend einer Großfamilie zugerechnet werden. Weil Anwohner sich über Lärm beschwert hatten, rückte die Polizei an. Vor Ort sollen zahlreiche Gäste die Einsatzkräfte attackiert haben.

Eine 29-jährige Polizistin verlor nach früheren Angaben durch den Wurf einer Flasche mehrere Zähne. Ein Beamter erlitt einen Armbruch, eine weitere Polizistin wurde leicht verletzt.

Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe hatte zunächst 22 Beschuldigte im Blick. Nach dpa-Informationen konnten inzwischen unter anderem mithilfe von Zeugenaussagen und Bodycam-Aufnahmen drei Personen als mutmaßliche Rädelsführer identifiziert werden.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte, eine ganze Gruppe habe sich in Leverkusen auf Polizeikräfte gestürzt. Solche Angriffe würden nicht einfach zu den Akten gelegt. Stattdessen werde genau aufgearbeitet, wer welche Tat begangen habe. Jeder Beteiligte müsse mit Konsequenzen rechnen. Wer Einsatzkräfte angreife, solle wissen, dass die Polizei den längeren Atem habe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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