Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit steht auf der Warteliste für eine Lungentransplantation. Wie der norwegische Hof mitteilte, hat sich ihre Lungenkrankheit in den vergangenen sechs Monaten deutlich verschlechtert. Der Lungenspezialist Are Holm vom Osloer Universitätskrankenhaus sprach bei einer live von NRK übertragenen Pressekonferenz von einem ernsten Zustand.
Nach umfassenden Untersuchungen sei die 52-Jährige auf die Liste für Patientinnen und Patienten gesetzt worden, die möglichst rasch ein Spenderorgan erhalten sollen. Wann eine passende Lunge verfügbar ist, bleibt offen. Nach Angaben des Arztes hängt die Wartezeit unter anderem davon ab, ob Blutgruppe und Größe der Spenderlunge zur Empfängerin passen. Aktuell sei die Warteliste in Norwegen allerdings kurz. Dort werden im Schnitt etwa 30 bis 35 Lungentransplantationen pro Jahr vorgenommen.
Aufnahme auf die Liste nur bei strengen Voraussetzungen
Holm erläuterte, dass Betroffene in der Regel nur dann auf die Warteliste kommen, wenn ihre Lebenserwartung grob bei etwa einem Jahr liegt. Gleichzeitig müssten sie körperlich noch stark genug sein, um die Operation zu überstehen und danach eine gute Prognose zu haben. Zugleich betonte der Mediziner, dass Mette-Marit nicht bevorzugt werde: Priorität hätten immer die Menschen, die am schwersten krank seien und am wenigsten Zeit hätten zu warten.
Lungenfibrose ist nicht heilbar
Mette-Marit leidet an Lungenfibrose, einer unheilbaren Erkrankung, bei der das Lungengewebe zunehmend vernarbt. Dadurch wird die Atmung erschwert, und der Körper kann Sauerstoff immer schlechter aufnehmen. Zu den typischen Folgen zählen trockener Reizhusten und Atemnot – zunächst bei Belastung, später auch in Ruhe.
Nach Angaben ihres Arztes hat sich die Fibrose im letzten halben Jahr deutlich verschlimmert. Es habe sich wesentlich mehr Narbengewebe gebildet. Zudem sei ihre Leistungsfähigkeit bei Lungenfunktionstests allein in den vergangenen drei Monaten beträchtlich gesunken. Das bezeichnete Holm als gefährlich. In der Öffentlichkeit war die Kronprinzessin zuletzt mehrfach mit einem Sauerstoffgerät zu sehen.
Medikamente oder die Behandlung möglicher Auslöser können das Fortschreiten der Krankheit zwar bremsen, heilen lässt sie sich jedoch nicht. In manchen Fällen bleibt nur eine Transplantation. Diese ist allerdings mit Risiken verbunden: Zu den schwersten Komplikationen gehört, dass der Körper die Spenderlunge abstoßen könnte. Deshalb müssen Patientinnen und Patienten nach dem Eingriff lebenslang Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen und regelmäßig kontrolliert werden.
Auswirkungen auf Termine und Familie
Während der Wartezeit wird Mette-Marit ihre öffentlichen Termine nicht wie gewohnt wahrnehmen können. Auch privat hat die Situation Folgen: Die für August geplante Feier zur silbernen Hochzeit von Mette-Marit und Kronprinz Haakon wird verschoben.
Haakon will längere Auslandsreisen einschränken, um mehr Zeit an der Seite seiner Frau zu verbringen. Erst vor kurzem hatte er eine Reise nach Japan vorzeitig beendet, um Mette-Marit ins Krankenhaus zu begleiten.
Die gemeinsame Tochter Prinzessin Ingrid Alexandra ist von ihrem Studienaufenthalt an der Universität Sydney nach Oslo zurückgekehrt, um näher bei ihrer Familie zu sein. Ihr Bruder Prinz Sverre Magnus soll zwar wie geplant im Herbst ein Studium an einer Universität in Europa beginnen, will aber nach Hause kommen, falls es die Lage erfordert.
Auch Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung, Marius Borg Høiby, hat laut seinem Anwalt wegen der schweren Erkrankung seiner Mutter die Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion